Der Benennungszwang

Mit lauter jungen Deutschen – deren Alter so etwa „um die“ Vierzig 😉 – bin ich am Nordpol, eingeschlossen in einem Basislager, frierend, hungrig, derweil sich einer von denen wundert:

„Nirgendwo ist ein Schild. Woher soll man wissen, wo genau der Pol ist!“

Dann beschließt die am Nordpol eingeschlossene Gemeinde nach langer Diskussion, selbst ein Hinweisschild zu fertigen. Eines worauf steht: „HIER IST DER NORDPOL“. Doch man kann sich aber nicht darauf verständigen, in welcher Sprache das Schild sein soll, denn der Nordpol ist für alle da, die meisten Menschen sind Chinesen oder Inder doch niemand von denen, die anderen unbedingt den Weg weisen wollen, können Indisch oder Chinesisch.

Wie würde wohl ein Nordpol-Piktogramm aussehen?

Mitten in die Diskussion hinein, geht das Licht aus. Es zieht unangenehm bis auf Schnee und Eis plötzlich ein gelbes Riesenauto vorbei kommt. Ein solches, wie man es normalerweise benötigt, um den Regenwald zu holzen.

DER WECKER KLINGELT und ich bin wach.

„Wahnsinn“, denke ich wach werdend, „es gibt tatsächlich nur noch wenig Unbenanntes auf dieser Erde“.

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Präsidiale Konzilianz

Der Präsident wohnt – warum auch immer – in Brehna. Das ist ein Ort in Sachsen-Anhalt, genauer: im ehemaligen Chemiedreieck zwischen Bitterfeld, Halle und Leipzig – aber wie ich darauf kommen konnte, ist absolut unklar. Nie lebte Herr Gauck in Brehna.

Ich selbst war in dieser Nacht auf einer Schwalbe unterwegs. Auf einem Moped, welches ich in Wirklichkeit nie fuhr. Damals hatte ich einen Habicht – aber das tut nichts zur Sache.

In Brehna wollte ich die Schwalbe gegen einen Trabbi tauschen, hatte hierfür die Schlüssel zu den Garagen von Gaucks Anwesen, öffnete ein Tor und – ÜBERRASCHUNG! – sah darinnen ein Kind friedlich liegen, ein Buch in der Hand.

“Was machst du denn hier?”, will ich wissen – “wir warten auf Asyl”, erfahre ich.

Über den Hof läuft (wie immer grinsend) Herr Gauck, verfolgt von zwei jungerwachsenen Frauen, die ich träumend als dessen Töchter identifiziere, denn sie sagen “Papa” zu ihm.

“Aber Papa, du kannst doch nicht Hinz und Kunz auf unseren Hof lassen!”, empören sie sich – “darüber können wir doch gaaanz in Ruuuhe reden”, sagt der Gauck.

Da werde von Gaucks Traumfrau – die im Übrigen haargenau wie die gute Bekannte der Mutter eines meiner Kumpel aussieht – angesprochen, demzufolge ich [sic!] Beulen in ihr Auto gemacht haben soll.

WAS ABER NICHT STIMMEN KANN, denn in Gaucks Garagen sind nur Asylbewerber und Mopeds.

“Das stimmt nicht!”, protestiere ich – “Darüber können wir doch gaaanz in Ruuuhe reden”, sagt der Gauck.

Konzilianz nervt.

Traumkram

Die Hand weigert sich das Wort „Traum“ zu tippen. Diese Vokabel ist viel zu sehr missbraucht wurden. Sie ist daher in ihrem Sinn bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Worum es mir im Folgenden geht, sind Erlebnisse im Schlaf, von denen ich nur wissen kann, wenn ich in der zugehörigen REM-Phase wach werde. Dies rasch notiert, soll ewig halten.

rorJedenfalls kann ich fliegen! – Wenn ich will, kann ich mich erheben und schwebe dann (komischerweise dabei auf dem Rücken liegend) durch eine Landschaft, die den Roads of Rome gleicht. EIN SCHÖNES GEFÜHL! So warm.

Diesmal kamen irgendwelche Spätaussiedler des Weges daher, die mich mit ihrem Chef – einen hageren Mafioso -bekannt machen. Der wiederum haargenau so spricht, wie ein Mafioso entsprechend deutscher Vorurteile sprechen müsste:

„Glauben du können Führung übernehmen? Nur weil fliegen? – Nix drin, njet mein Sohn! – Müsse noch viel lerne bis Führung!“

Ich kam zu keiner Antwort, ich war bereits wach.