Ehrentage ohne Geschenk

Erstens ist Christi Himmelfahrt – DER HERRENTAG – oder der Vatertag, bzw. Internationale Kampf- und Feiertag wider der immer imperialistischer werdenden Diktatur des aufkommenden Matriarchats. An solchem Tag muss sie den Mann nicht unbedingt mit Geschenken überhäufen, aber: sie hat gefälligst aufmerksam zu sein!

Die folgende Legende habe ich erfunden, um einer Russin den Ursprung gewisser notwendig gewordenen Rituale zu veranschaulichen …

Früher hat BEI UNS an Christi Himmelfahrt der Gutsherr sein Personal bestellt, hat seine Gattin hinzubeordert, um sie zu zwingen, den anwesenden Mägden und Knechten ihr nacktes Hinterteil zu zeigen, auf welches er symbolisch drei Schläge mit der Rute gab, auf dass alle Welt wusste, WER HERR AM HOFE IST. Anschließend sei man kurz in die Kirche und dann gab es Bier bis zum abwinken.

… und um Zuwendung zu erheischen, erfand ich den Zusatz:

Jede Gutsfrau konnte sich natürlich mittels Geschenk freikaufen. (Oder|Und) mit viel Zuneigung in Verbindung mit dementsprechendem Verhalten.

Doch mit „BEI UNS IST DAS ÜBERHAUPT NICHT SO!“ hatte sich das Thema für sie erledigt. Was im Übrigen so klingt, als meine sie mit „bei uns“ tatsächlich bei uns und nicht bei denen.

Na-ja, Jacke wie Hose oder einfach: Okay.

ABER wenn das so sein soll – bei uns – hätte sie mir zum 9. Mai gratulieren müssen. Weil: DAS IST EINFACH SO. Männern gratuliert man heute in Russland zum Heldengedenktag, zum Heldensieg, zum Ruhm ihrer Vorfahren im Großen Vaterländischen Krieg

SLAWA!

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Die Macht der Marke

Es ist bald Männertag! Weshalb die Frau dem Mann was Schönes schenkt. Von außen hübsch verpackt – drinnen Jeans.

Seit dem Mauerfall ist erst wenig Zeit vergangen. Klein-Erna, vier, fünf Jahre alt, wünscht sich eine Barbie. Eines Tages kommt die Omma zu Besuch. Voller Vorfreude auf das zu erwartende Glück der Enkelin übergibt die Dame mit gönnerhaftem Gestus ein hübsch verpacktes Paket.

„Hier – bitteschön – hast-de deine Puppe!“

JUHU! Klein-Erna reißt aufgeregt die Verpackung auf und ~ @! ~ alle Anwohner der Vorstadt vernehmen des Kindes Aufschrei der Enttäuschung:

„Das ist ja gar keine Barby!“

Dass Claudi oder Petra keine Barbie sind, weiß Oma jetzt – doch nun isses zu spät.

~

Lara gestern. Große Geste, hübsche Verpackung.

„Hier – bitteschön – с наступающим!“

Was mit „anlässlich des bevorstehenden Feiertages“ übersetzt werden kann und sie meint wohl den „Tag des Verteidigers des Vaterlandes„.

Was fast komisch – immerhin bin ich als Deutscher – eigentlich – Feind. Darüber hinaus stand einer meiner Großväter vor Stalingrad, um sich die Zehen abzufrieren. Der andere war zwar zu keiner Zeit KV -kriegsverwendungsfähig – aber Feind bleibt Feind. Fürimmerundewig.

Unabhängig davon: Es ist Männertag! Weshalb eine russische Frau einem Mann etwas Schönes schenkt.

Von außen hübsch verpackt – drinnen Jeans. Ich gucke auf`s Label – „Geisha“ – @? – Was ist denn das für eine Marke?! – @- – – NEE! Männerjeans mit Frauenlabel? So antisexistisch bin ich nun auch wieder nicht, auch wenn sie wie angegossen passen. „An meine Beine gehört Levis“, denke ich und sage:

„Aber ich kann doch nicht mit einer Geisha laufen!“

Offenbar befriedigt eine Marke die in uns vorhandene tiefe Sehnsucht nach Treue. Windows – zum Beispiel – hatte bei mir zehn Jahre lang seine faire Chance. Bis ich mich eines Tages scheiden ließ. Der neue Partner heißt nun Mac. Und bis der Grieche in Babelsberg mich nicht enttäuscht, gehe ich immer wieder hin.

Wir sind Stammtischmenschen. Von Klein-Erna bis zum letzten Nerd.

Der vergessene Feiertag

“Wozu hast die Vase auf den Tisch gestellt? Und wozu soll das Deckchen auf das Buffet sein?”

Darauf habe ich gewartet! – YES! – Doch ich bleibe cool:

“Die Vase ist für meine Blumen und auf das Deckchen kannst Du die Geschenke stellen!”

Sie so:

@???

Ich so:

ES IST WIEDER MÄNNERTAG!

An das gestrige TV-Programm erinnere mich bei dieser Gelegenheit. An die hübsche Szene aus “Mord mit Aussicht”, als die dicke Heike früh im Bett angekrabbelt kommt.

“Bärchen, rate mal was für ein Geschenk ich für Dich habe?”

“Es sind Socken”, weiß Dietmar Schäffer und verzieht das Gesicht. Weil er genau weiß, was nun kommt: Увы! – das Unvermeidliche tritt eisern ein!

“Und wo ist MEIN Geschenk?”

Er hat den Hochzeitstag vergessen. Und so muss schließlich Dietmar Schäffer… –

“Man-man-man, hier ist aber heute wieder was los!”

… – im Laufe dieser Folge seine Heike erneut heiraten.

Selten passend der Titel der Folge – “Spätlese”. 😉

Jedenfalls geht mir der Große Internationale Frauentag, gefeiert in der Intention slawischer Verhaltensmuster derart auf den Keks, dass ich heilfroh bin, dass Michael Gorbatschow alternativ den Männertag erfand. So können wir uns rächen.

Sie bockt:

“Findest Du es nicht auch ungerecht, dass es für Männer zwei Tage gibt?”

Nö. Findichnich. Außerdem ist der eine Tag der Vatertag, dessen Pendant es schließlich auch für Frauen gibt. Als Muttertag. Und dann gibt es ja auch noch den 30.4. – den Hexenabend, die Walpurgisnacht …

Darüber hinaus – fällt mir nun ein – ist ein Arbeitsmittel nach IHR benannt, die Mutter.

“Findest Du nicht auch, dass die Schraube – винт – eigentlich Vater heißen müsste?”