Hello World!

Phönix is my Middle Name – Ich bin wieder da!

Ich will hinzufügen “Totgeglaubte leben länger”, doch – fällt mir zugleich ein – auch Honecker sagte diesen Satz, am 6.Oktober 1989, ausgerechnet wenige Monate vor dessen endgültigem Gestorbensein. – Nee! Dann schon lieber:

“Vorwärts immer, rückwärts nimmer!”

KEIN SCHADEN OHNE NUTZEN: Als ich vor einiger Zeit ähnlich krank war, hörte ich endgültig mit Rauchen auf. Diesmal plante ich bereits mit erstem Husten erheblichen Gewichtsabbau und verkünde “Heilfasten” als einzige Medizin, die mir helfen könne, (Heute zeigt das Display 78,3 Kilo, am 28. Januar – bei Ausbruch der Krankheit – waren es knapp 83 Kilo, fast 5 Kilo in einer Woche, derweil ich weiß, dass dies niemanden interessieren wird als mich selbst), wohl wissend, dass es demjenigen einfacher ist, verrückt zu sein, der aus einem anderen Kulturkreis kommt. Heilfasten ist jedenfalls besser als Wodka mit Pfeffer, Salz, Honig oder pur.

Jacke wie Hose: ICH BIN WIEDER DA!

“Ich bitte Sie, mit mir ein Glas zu erheben und zu trinken: Auf die internationale Solidarität, auf Frieden und das Glück aller Völker …”

Nurmalnebenbei: Spinner erkennt man zuerst an der Sprache.

“Vorwärts immer, rückwärts immer!” – “Rein ja, raus nein!” – “Oben ewig, unten nie!”

Werbeanzeigen

Influenza mit bakterielle Sekundärinfektion

Telefon läutet

Hallo, wie geht es denn so?

*hust* bin krank *hust*

Ach du liebe Güte! Was machst du denn da so den ganzen Tag?

Ich? – Ich *hust* bleibe heute im Bett (*hust*)²

Fein. Ich habe 13:00 Uhr einen Termin beim Zahnarzt, dann kannst du mich ja hinbringen.

Die Diktatur der Ratschläge

Ist man krank, ist man Opfer und wird als solches von den verrücktesten Ratschlägen traktiert. Insbesondere innerhalb einer russischsprachigen Community, die felsenfest davon überzeugt ist, dass nur Wodka mit Pfeffer helfe, alternativ Wodka mit Salz. Oder Weinbrand – „Kanjakk“ – mit Zitrone. Derweil ich schon glaubte, verrückt zu werden: Sah ich doch vom ersten Husten an nur noch Ärzte.

Die Krönung war der Eier-Tipp einer Heilerin aus dem Nachbaraufgang, den Lara tatsächlich auszuprobieren wollte ~ ~~ was bedeutete, dass sie ein Ei kochte, es in ein Handtuch legte und mir auftrug, dieses Ei an meine Nase zu halten. Positiv wegen der Wärme (@???) oder positiver Energie (@???).

“Willst du zusätzliche Viren züchten?”, empörte ich mich. Und überhaupt: ICH BIN KEIN OPFER! ICH HABE GENUG EIER! ICH BRAUCHE KEINEN RAT!

Bei einer Erkältung helfen frische Luft, ausreichend Schlaf, Taschentücher zum Schutz der Mitmenschen und Hustenbonbons für den Hals. Fertig aus.

Kranke Dialektik

Zwei triviale Aussagen, die einander widersprechen, können nicht trivial sein – ich quäle mich durch philosophischen Text, heute total lustlos.

Nun beschließe ich auch noch – und zwar zum zichten Male – mein Leben zu ändern und melde mich aus einigen Facebook-Gruppen ab. Aus den DDR-Erinnerungsgruppen wie aus den Potsdam-wie-schön-bist-du-Gruppen. Und so habe ich plötzlich Lust, eine Wir-gemeinsam-zu-denen-du-aber-nie-gehören-wirst-Gruppe zu gründen.

Die Einheit von Integration und Selektion ist die eigentliche Triebkraft jeder Gesellschaftsformation. Ein Ausschluss macht die Gruppe stark – ein Austritt schwächt sie – scheinbare Unerreichbarkeit ist elitär. Facebook ist hervorragend geeignet, unser Primatendasein zu beweisen …

“Oh, ich hasse diesen Planeten!”

… derweil ich mich heute nicht klar ausdrücken kann, weil unter Fieber.

Nur den Nonsens-Gedanken, dass “triviale Aussagen, die einander widersprechen, nicht trivial sein können” notiere ich mir noch rasch, bevor ich ihn vergesse, schreibe “was wahr ist, ist wahr” dazu, wünsche mir selbst eine gute Besserung und schlafe wieder ein.

Die Erfindung einer Folter

Den “abenteuerlichen Simplicissimus” las ich einst, weil ich mich für Literaturgeschichte interessierte. Hängen blieb eine besonders perfide Form der Folter: Ein Trupp Soldaten folterte einen Knecht, indem sie dessen nackte Fußsohlen mit Salz einstrichen und eine Ziege lecken ließen. Bis sich der Knecht darüber totlachte.

Ist das nun ein besonders schöner Tod? Oder ein besonders grausamer?

Die Christen waren, wenn es darum ging, Menschen zu quälen, besonders erfinderisch. Sie erfanden bereits im frühen Mittelalter die “peinliche Befragung”, deren Beantwortung jede Hexe entlarvte. Menschen sind pfiffig, wenn es darum geht anderen Menschen Leid zuzufügen.

Auch heute noch: Mehrere Stunden nackt in kalter Zelle, Schläge, Schlafentzug, Beschallung mit Rockmusik (wobei ich mir die Beschallung mit deutschen Schlagern aus den frühen Siebzigern viel grausamer vorstelle), Fesseln, Waterboarding ….

“Die Methoden dürfen auch in Kombination angewendet werden.”

Freiheit ist das einzige was zählt.

Darüber hinaus gibt es Folter, die nicht von Menschen praktiziert und die auch kein Ziel – ein Geständnis oder einen Verrat beispielsweise – verfolgt: Die Soda-Folter, die ich deshalb so nenne, weil sie einfach SO DA ist.

Sie ist millionenfach grausamer und abartig brutal, weil sie auf Unschuld trifft.

Hier die vereinfachte Umschreibung: Fiese Muskelzerrung am Fuß + Diarrhö + Nur ein Klo in der Wohnung, welches ständig besetzt.

Junge, Junge – was für eine Qual!

So etwas wünscht man keinem irakischen Sicherheitshäftling oder keinem der in Guantanamo inhaftierten Al-Qaida-Mitglieder.

Innerfamiliärer Rollentausch

Einmal angenommen, ein Mann und eine Frau würden an der gleichen Krankheit leiden, mit gleichen Symptomen und vergleichbaren Schmerzen – jeder Mann ist trotzdem mindestens dreimal kränker als eine Frau. Dreimal leidensbereiter. Dreimal bereiter, allen Schmerz wirken zu lassen.

Tut’s Beinchen weh, kann man(n) nicht arbeiten. Also kann man(n) sie auch nicht mitnehmen, wenn Bett das Tagesziel.

Aber …

„…du hast doch nun ein Plastikkärtchen namens „Fahrerlaubnis“. Vollgetankt isser. Nimm dir die Papiere aus meiner Brieftasche und fahr, wohin du willst.“

Sie ist einverstanden.

„… und vergiss nicht den Müll mitzunehmen!“