Traumkram

Die Hand weigert sich das Wort „Traum“ zu tippen. Diese Vokabel ist viel zu sehr missbraucht wurden. Sie ist daher in ihrem Sinn bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Worum es mir im Folgenden geht, sind Erlebnisse im Schlaf, von denen ich nur wissen kann, wenn ich in der zugehörigen REM-Phase wach werde. Dies rasch notiert, soll ewig halten.

rorJedenfalls kann ich fliegen! – Wenn ich will, kann ich mich erheben und schwebe dann (komischerweise dabei auf dem Rücken liegend) durch eine Landschaft, die den Roads of Rome gleicht. EIN SCHÖNES GEFÜHL! So warm.

Diesmal kamen irgendwelche Spätaussiedler des Weges daher, die mich mit ihrem Chef – einen hageren Mafioso -bekannt machen. Der wiederum haargenau so spricht, wie ein Mafioso entsprechend deutscher Vorurteile sprechen müsste:

„Glauben du können Führung übernehmen? Nur weil fliegen? – Nix drin, njet mein Sohn! – Müsse noch viel lerne bis Führung!“

Ich kam zu keiner Antwort, ich war bereits wach.

Über Amsterdam

Sie ist nun in Kiew gelandet. Und: Guten Rotwein hatten sie ihr eingeschänkt. (was ich absichtlich mit „ä“ schreibe). Darüber hinaus sei Amsterdam ein supi-guter Flughafen. Mit vielen hübschen Boutiquen – das nächste Mal werde sie mehr Geld mitnehmen! Und überhaupt:

MAN SOLLTE ÖFTERS ÜBER AMSTERDAM FLIEGEN!

Alles andere ist nebensächlich.

Abflug

Alles ist inzwischen so schön bequem, so hübsch online. Sogar Laras Abflug.

„Hallo Lara – wir können Zeit sparen. Ich benötige nur rasch deine Kreditkarte …“

„Die Karte liegt in meiner Handtasche – nimm sie dir einfach raus!“

„Nimm sie dir einfach?“ – Frechheit! SIE will doch verreisen?!

Aber okay – *seufz* – man ist schließlich Kavalier. Also kram-kram-kram – aja, da ist sie ja, die kleine „кредитная карточка“! – zurück ins Netz, tipp-tipp-tipp …

„Dann benötigen wir noch deinen Reisepass!“

„Der ist im Nachtschrank!“

Ich also kram – ich also find.

„Gang oder Fenster?“

Jedenfalls dauerte die Zeremonie etwa 30 Minuten, dann ist sie eingecheckt. Wie nach Amsterdam so auch nach Kiew.

Später werden wir entdecken, dass die Menschenschlange am Flughafen sogar länger ist als früher, die Wartezeit der Passagiere ähnlich lang – der Unterschied nur: es fertigt weniger Personal ab. Oder gleiches Personal fertigt mehr ab, denn es ist gleichzeitig für viele Flieger zuständig. Multitasking. Jeder von den Leuten an den Schaltern ist ein kleiner Napoleon, von dem wir heute noch wissen, dass er mehrere Dinge gleichzeitig …

Du kommst schon wieder vom Thema ab!

Was ich sagen will, sagte bereits Karl Marx: Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger.

Heute wissen wir darüber hinaus, dass der jeweils Einzelne davon nichts hat.