Innerfamiliärer Rollentausch

Einmal angenommen, ein Mann und eine Frau würden an der gleichen Krankheit leiden, mit gleichen Symptomen und vergleichbaren Schmerzen – jeder Mann ist trotzdem mindestens dreimal kränker als eine Frau. Dreimal leidensbereiter. Dreimal bereiter, allen Schmerz wirken zu lassen.

Tut’s Beinchen weh, kann man(n) nicht arbeiten. Also kann man(n) sie auch nicht mitnehmen, wenn Bett das Tagesziel.

Aber …

„…du hast doch nun ein Plastikkärtchen namens „Fahrerlaubnis“. Vollgetankt isser. Nimm dir die Papiere aus meiner Brieftasche und fahr, wohin du willst.“

Sie ist einverstanden.

„… und vergiss nicht den Müll mitzunehmen!“

 

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Erzwungene Wertberichtigung

Eine alte Idee: Den Haushalt einer Kleinfamilie so zu führen, wie den eines Unternehmens. Bilanziert. Soll und Haben in himmlischer Harmonie. Mit ohne Schulden, wohl aber mit Rücklagen ~ falls es doch einmal schlimm kommen sollte.

Siehe da: Plötzlich fällt eine Einnahmequelle weg!

Seit gestern sitze ich, um den Buchwert einer Position an seinen tatsächlichen Wert anpassen ohne dabei das System aus seiner Harmonie zu bringen – Buchhaltermikado.

Wenn eine Maschine läuft, denn läuft sie. Fehlt plötzlich Treibstoff, sucht man so lange nach Ersatz, bis auch dieser aufgebraucht. Von da an *seufz* müsste die Leistung gedrosselt werden.

“Irgendwann ist heute” – der Slogan treibt Wut in den Bauch. Man hat selbst keinen Fehler gemacht und leidet unter den Fehlern der Anderen, welche wiederum keine Fehler hätten sein müssen, hätten man auf mich gehört.

„Hätt‘ ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht,
Nürnberger Witz und Straßburger G’schütz,
Dazu Ulmer Geld –~- wär ich der Reichste in der Welt.“

Oder, um es etwas zeitgemäßer auszudrücken:

Hätt‘ der Hund nicht geschissen, hätt‘ er den Hasen gefangen.

Russisch:

Hätt‘ die Großmutter einen Großvater gekriegt, hätten sie wohl Enkel.

Dwoinoi Lottchen

Vor 20 Jahren vertauschte das Personal eines Krankenhauses in Kopejsk (Bezirk Tscheljabinsk) die beiden Mädchen Ira und Anja. Was nach 20 Jahren nur dadurch entdeckt wurde, dass nach Scheidung von Frau Beljajewa (links sitzend), derer Ex die Zahlung von Alimenten mit dem Hinweis, seine Tochter seie ihm nicht ähnlich, verweigerte.

Der angeordnete DNA-Test bestätigte diese Annahme und lieferte darüber hinaus – TÖRRRÖ! – die Erkenntnis, auch die Mutter habe wenig mit dem Mädel gemein.

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Die Staatsanwaltschaft nahm sich der Sache an, fand die leibliche Tochter (auf dem Bild rechts, sitzend) der Mutter (links) in der Familie Iskanderowa, wo sie wie die eigene erzogen ward. Der Mann auf dem Bild ist der biologische Vater des stehenden Mädels.

Nun folgt Romanstoff. Beide Mädels wurden in ihren Familien jeweils religiös erzogen: Eine christlich-orthodox, die andere als Muslima. Und beide wollen nach den ersten Kontakten von ihren leiblichen Eltern nichts wissen –~-> Aus religiösen Gründen!

Welch sonderbares Ding ist doch Religion, denke ich, da sie Menschen entfremdet, statt zu einen. Statt dessen wünsche ich mir, dass Nimatulla Iskandrow vielleicht unglücklich verheiratet sein möge oder ebenfalls geschieden und dass er sich im Laufe der von mir erdachten Handlung in Julia Beljajewa verliebt, besser: dass sie sich gegenseitig verlieben, ineinander, dass also beide Eltern zusammen kommen, dass aus den Mädels schließlich wahre Schwestern werden, indem sie lernen, die Religion der Anderen zu akzeptieren.

Was für eine großartige, erwünschte Legende!

Quelle: http://drugoi.livejournal.com/3640751.html