Samstagsparadoxien

Es war bereits gegen nach 1:00 Uhr als ich das Schlüsselloch suchte – leicht beschwipst und stark verspätet. “Das WIR gewinnt”, denke ich SPDmäßig und in der Tat: WIR hatten gewonnen. 4:1 sogar! Was WIR hinterher natürlich kräftig feierten –

– ‘s war Ahiszeit in Berlin!

Trotz allem gibt es Regeln – jeder Hund wird von seiner inneren Uhr geweckt. Oder von einem anderen Hund 😉

4:30 Uhr gingen WIR an die frische Luft zum Gassi. Dem folgt – wie an jedem Tag, den Gott werden lässt – das Frühstück mit Granny aus der Familie der FrühaufsteherInnen. Und im Weiteren, an allen Samstagen, gehen WIR zeitig einkaufen, weil es zeitig nicht sooo voll ist.

Heute ist es anders, weil Grannys Bein schmerzt und Lara sich müde fühlt; sie will sich endlich einmal ausschlafen.

Whatever can go wrong will go wrong: Ist der Mann hundemüde, schläft die Frau sich aus.

Ich gehe also einkaufen. Allein. Gerate in eine Schlange, in welcher einem potenziellen Kunden vor mir dessen Karte nicht durchgeht. Doch anstatt aus der Schlange zu treten, wie es seine Richtigkeit hätte, beschuldigt der Blödmann den Scanner …

– the other line always moves faster! –

… dessen Funktion er mit dem Ausruf “das gibt’s doch gar nicht!” belegt.

*seufz*

Die Kassiererin bittet ihre Kollegin der Form halber um Hilfe.

“Claudi, kannste die-ma bei dir durchziehn?”

Auch Caudis Scanner liefert den Klang des Buzzers – ERROR! – wozu der renitente Mann mehrmals “das gibt’s doch gar nicht!” ruft. Was wiederum fast sogar witzig, denn das zugehörige Ereignis läuft vor unser aller Augen ab.

Paradox: Was ist, kann doch nicht „nicht“ sein!

Plötzlich bemerke ich dass ich mich in Absurdistan befinde: Diejenigen, die das wenigste Geld auf dem Konto haben, verdecken ihre PIN am sorgfältigsten; wer eine Rolltreppe verlassen könnte, bleibt plötzlich stehen; der Stubenhocker tippt auf die Wetter-App und eine Frau muss schlafen, wenn ihr Mann müde.

Womit der Kreis wieder geschlossen und die Geschichte neu beginnen könnte, denn ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei.

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Gelebter Minimalismus

Wir kaufen immer nur, was wir unbedingt benötigen. Das aber an jedem verdammten Samstag, und zwar immer ab 8:00 Uhr.

Wenn ich “wir” schreibe meine ich zwei Familien: Die der Oma und die von Lara – in denen meine Rolle jeweils die des Packesels. Und: Das Nötigste kostet Granny im Schnitt 130,00 Euro (für eine Woche), bei Lara sind es € 80,00.

Nun ist eines meiner Beine bandagiert. Daher falle ich derzeit als Tütenträger aus und die Frauen sehen sich genötigt nur zu kaufen, was sie auch selbst tragen können, was dazu führte, dass sich die Ausgaben deutlich reduzierten. Diesmal waren es 55,00 Euro aus der einen Familie, 24,00 aus der anderen.

Kontrollfrage:

“Hammer alles?”

Wir haben alles. Da und dort. Es fehlt uns an nichts.

Ich erkenne: Persönliche Belastbarkeit ist ein gutes Korrektiv gegenüber dem Bestreben des profitsüchtigen Einzelhandels.

Antagonistische Hobbies

Manche Männer interessieren sich für – beispielsweise – Eishockey. Steigen am Tage des Spieles in die S-Bahn – und weg sind-se. Um sich dort mit anderen Leuten zu treffen, die sich ebenfalls für Eishockey interessieren. Niemand macht ein Bohei daraus.

Oder: Andere Männer angeln. Schnüren sich ihren Rucksack, nehmen Köter und Rute, verschwinden schweigend, um zu angeln. Fische zum Beispiel.

Dagegen: Weil sie sich für Blumen interessiert – muss er ins Gartencenter. Muss “mitgucken”, Erde schleppen, Blumen bezahlen, Zeit verplempern …

Wieso eigentlich?