Железный Дровосек

23. Tag

Ritsch-ratsch-rumm-di-bumm ~ @!!! ~ und da ist sie plötzlich:

DIE AUSGEWÄHLTE IDEE!

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Zuvor galt:

The best way to have a good idea is to have a lot of ideas.

Ein Spruch von Linus Pauling. So war ich 22 Tage lang damit beschäftigt, zahlreiche Ideen zu verwerfen.

Wie zum Beispiel die Idee von den Frauenschuhen – der Bedarf scheint zwar unendlich, aber ich bin – leider – weder Schuhmacher noch Schuster. Um den Frauenschuh-Vertrieb kümmert sich darüber hinaus bereits der Zalando-Mann. Gut genug, wie mir scheint.

Holzhandel ist auch doof, man braucht ziemlich viel Technik zum Fällen und jede Menge Diesel für die Transporte. Was natürlich der Jenige – 😉 -nicht stemmen kann, der noch nicht einmal seinen eigenen PKW durch den TÜV kriegt.

Und natürlich: Alles, was mit der Ukraine zu tun hat, kann man ebenfalls abhaken – DIESE GAUNER KENNE ICH GUT GENUG, UM NUN DARAUF ZU SPUCKEN, wie ein gleichgesinntes russisches Sprichwort rät.

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Hin und her – her und hin: Ich werde demnächst mit Metall handeln. Erfinde vorerst eine Metallhandel-App (oder suche mir einen Nerd, der eine App schreiben kann). Das soll eine App sein, zu der sich jeder anmelden kann, der Metall übrig hat. Ebenso wie andere, die Metall benötigen. Eine App wie eine Partnerbörse – YES WE CAN! – mit Schrott handeln, dabei Freunde finden und dabei Treuepunkte sammeln. Es ist die alte Marlboro-Idee – Luft verpesten und dabei together kommen, als Friends – vernünftig angewandt.

Apropos Marlboro: Die haben einen lustigen Cowboy, der in jeder Wildnis seine Pflicht erfüllt und neben Hut und Pferd nur eine Zigarette mit sich führt. Wie Putin himself, nur angezogen. Der Marlboro Man.

So gesehen eignet sich für Schrott Tin Woodman, der Blechmann, am besten – der “Железный Дровосек”, wie er bei Wolkow in der Nacherzählung heißt, der “Eiserne Holzfäller” …

zauberer_oz_01eiserner_holzfaeller

Oder auch nicht. Oder so ähnlich.

“Toto, I have a feeling we’re not in Kansas anymore”

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Lese, kontrolliere, überprüfe und entscheide: Ich gebe meinem Blechmann ein Herz.

Конечно, судьба нанесла мне большой удар: стоя в лесу, я много размышлял и пришел к выводу, что самое страшное в этой жизни — остаться без сердца.

(Deutsch: Natürlich hat mir das Schicksal einen großen Schlag versetzt: Im Wald stehend konnte ich vieles bedenken und kam zum Schluss, das das schrecklichste in diesem Leben ist – ohne Herz zu sein.)

Der arme Kerl – so mit ohne Herz! Nee.

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Die Figur entwickelt sich. Fehlt nur nur noch ein Claim. Irgendwas mit “herzlich” sollte es sein, oder mit “herzhaft” ~

SCHROTT MIT HERZ auf NEU.KOMM

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Die Immersoweitermachende

Jetzt sogar mit Zufriedenheitsgarantie!

commerzbank

Da rennt sie also immer noch, Jahr für Jahr, tagein, tagaus, landab, landauf – stets begleitet von der rhetorischen Frage aus dem Off:

“Brauchen wir eigentlich eine Bank, die immer so weiter macht?”

Ausgerechnet ein Kunde wie die Commerzbank, also ein Kunde, der es sich vermutlich leisten könnte, wählt “mit Zufriedenheitsgarantie” und merkwürdigen Bildern von allen möglichen Werbefuzzis diejenige Kampagne mit dem denkbar schlechtesten Claim. Die nach Billigmarkt klingt, nach “Geldzurückgarantie”, nach “hier können Sie sparen” oder ähnlichem Mist. Dazu die Kapuzenfrau mit Ohrhörer beim Joggen – drei Affen in einer Person.

3Affen

“mizaru, kikazaru, iwazaru”

Drei Affen namens Mizaru, Kikazaru und Iwazaru sollen den Göttern über die Menschen berichten. Doch in Folge eines Abwehrzaubers sehen, hören und sprechen sie nichts Böses. Sie sind die animalisierte Zufriedenheitsgarantie.

Kopfhörer rein, Kapuze hoch und ab geht die Post!

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Ich. Heute. Onlinebanking.

Vor mir eine Liste mit Bankkontonummern, neudeutsch IBAN (International Bank Account Number), ich sitze am Rechner, will überweisen, wohl wissend dass bereits seit Januar 2009 Banken verpflichtet sind, SEPA-Überweisungen anzubieten, öffne Portal, sehe das Fenster und entdecke:

2013-11-05 06.49.12

NICHTS. Alles wie gehabt. Nichts hat sich geändert seit Januar 2009!

Was mich heute zwingt, innerhalb der IBANs zurückzuzählen – die letzten 10 Ziffern für die Kontonummer, davor 8 Ziffern für die Bankleitzahl – eigentlich kein Problem, aber …

Brauchen wir wirklich eine Bank, die immer so weiter macht?

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Inzwischen gab es Zeiten, da man in der Commerzbank darüber nachdachte, zu einem alten Claim zurückkehren.

“Ein “Weiter so” kann es in der Bankenbranche nicht mehr geben”, erklärte der Vorstandschef bei der Vorstellung seiner Roadmap für die kommenden vier Jahre. Eine der wichtigsten Neuerungen aus Marketingsicht: das Institut kehrt zu seinem Claim “Commerzbank. Die Bank an Ihrer Seite” zurück.”

Quelle: horizont.net (Michael Reidel) vom 8.11.2012

Was man inzwischen aber offenbar verworfen hat, denn seither ist ein Jahr vergangen. Derweil die Kapuzenfrau joggt und joggt ~ tagein, tagaus, landab, landaus … 😉

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Ach übrigens, ich finde: “Die Bank an Ihrer Seite” passt viel besser zu den allgemein bekannten Schnüffelpraktiken der Neuzeit. Noch bevor man nach der einheitlichen Steuernummer die Enter-Taste drückt, weiß das zuständige Finanzamt Bescheid.

Ein IM namens Bank – der Bank an unsrer Seite – von der man weiß, was man hat.