Das Lutherfilm-Gleichnis

In einem Lutherfilm aus dem Jahre 2003 bekommt Friedrich der III. von Sachsen für seine noch zu leistenden Dienste vom Papst eine künstliche Rose geschenkt. Ein Geschenk, welches er artig annimmt.

Wenig später, als der Bote bereits auf dem Heimritt Richtung Rom, sagt Sir Peter Ustinov mit dem allertraurigsten Blick in die Kamera:

“Es ist doch beschämend, mit wie wenig man in Rom glaubt, mich bestechen zu können”.

Oder so ähnlich.

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Jedenfalls hat sich das mit dem Job erledigt, der nämlich darin bestehen sollte, dass ich mir mein Geld selbst verdiene, indem ich auf Provisionsbasis “Spenden” einwerbe. Ein kriminelles Steuersparmodell zum “gegenseitigen Vorteil”, bei dem der Staat, sollte er blöde sein, benachteiligt wird. Die Provision werde mir aus einer gewissen “schwarzen Buchhaltung” zur Verfügung gestellt, die es mir wiederum – weil natürlich niemand nichts weiß ~ pscht! – ermögliche, gewisse staatliche Zuwendungen, wie Wohngeld zum Beispiel, zusätzlich in Anspruch nehmen zu können.

Wie seinerzeit Friedrich der Weise bedankte ich mich artig.

Bin ja auch dankbar, denn so kann ich die Vokabel “Chuzpe” am besten lernen. Und zwar “Chuzpe” in der Urfassung – die Grenzen von Höflichkeit und Anstand sind überschritten. Und große Vorfreude gehabt zu haben, ist unbezahlbar.

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Das Immerwiederkehrende

Heilige Einfalt oder dreimal verfluchte  Ahnungslosigkeit, Zeitschriftenabo oder goldene Gans – eine erfolgreiche Methode ändert sich nie. Erst erscheint der olle Aschekuchen als lecker Eierkuchen, das saure Bier als guter Wein und dann hockt eine goldene Gans im Gesträuch eines gefällten Baumes. – Da muss man doch zugreifen! Unbedingt! – Einer hat schließlich eine eine klebrige Feder in der Hand, der andere den zugehörigen Vertrag im Sack.

Kein Wunder, dass die Königstochter lacht!

Der Dummling macht aus der Gans ein Geschäftsmodell, erbt schließlich das ganze Königreich und vergnügt sich (aus steuerlichen Gründen) auf den Bahamas.

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Ein Schneider erkannte einst: Es genügt nicht, die Ware zu loben – NEIN! Auf Selbstvermarktung kommt es an, auf die Marke, den Brand, beziehungsweise auf das „Branding“, also auf die Art und Weise. Begeistert von einer spontanen Idee, stickt sich das tapfere Schneiderlein „Testsieger“ auf den Gürtel und geht in die Welt hinaus, auf dass es jeder erfahre. Wovon ein König hört und eine wiederkehrende Geschichte ihren Lauf nimmt.

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Alte Märchen und modernes Marketing sind friedlich vereint wie Lug und Trug – DOCH ALS KUNDE KANN ES IMMER WISSEN. Vorher schon. Weil mit den vielen Märchen in die Wiege gelegt.

„Mach niemandem die Tür auf!“ weiß daher eines jeden Unterbewusstsein, denn „sonst passiert Schröckliches!“

Wer es trotzdem macht, wer trotzdem die Tür öffnet, hat oft einen Vertreter im Zimmer zu hocken, den er nur schwer wieder los wird.

„Es saugt und bläst der Heinzelmann,
Wo Mutti sonst nur saugen kann.“

Lara sagt bei jeder Gelegenheit „gratis ist nur der Käse in der Mausefalle“ (ukrainisches Sprichwort) – UND DAMIT HAT SIE RECHT, verfluchtnochmal, dreimal Recht.

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„Selbst schuld!“ sagte ich gestern. Soll der geprellte Russe doch seine Briefe allein schreiben – es  ist ohnehin in den Wind gepupst. Der Leim an der Feder einer goldenen Gans ist aus der Tinte von Anwälten.

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Dieses Posting ist „abgezapft und original verkorkst von Parlhuber und Söhne“.

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P.S.: Neuerdings gibt es Gratis-Geschenke:

2014-01-02 05.04.41-1

Gratis-Geschenke sind allerdings mit „kostenlosen Gratisgeschenken“ noch zu toppen. (@btw: sollte ich mir diese saublöde Idee nicht schützen lassen?)

Der neue Denver-Clan

Auch Granny (78) hat ein Facebook-Profil. Ich selbst hatte es ihr angelegt, auf dass sie ein leichtes Gefühl dafür bekommen könne, was mit den Enkeln geschieht.

Heute erhielt sie von einem Fremden Post. In einer Sprache, die sie nicht kennt.

My names are Albert Meleh Agada, i wished to know if you are related or by any means know much about a foreign Oil and Gas Contractor whose surname is thesame with yours.
For further inquiry send a email here;
Email: ___@hotmail.com
Sincerely yours,
Albert

“Was bedeutet das?”, will sie von mir wissen.

“Das bedeutet, dass wir endlich so reich werden, wie wir es uns immer verdient haben.”

denver-clan

Krystle kann nun endlich aus dem Koma erwachen, Sable und Alexis vertragen sich wieder, der Mord am See wird aufgeklärt. Und ein uraltes Geheimnis, welches die Carrington-, Colby- und Dexter-Familien miteinander verbindet, ist gar kein Geheimnis mehr.

Fallon und Krystina müssen allerdings unterirdisch gefangen bleiben. Dex und Alexis (beide Sturz vom Balkon), wie auch Blake (angeschossen) sind immer noch in tödlicher Gefahr.

“…derweil du inzwischen und in aller Ruhe Gutes tun kannst, zum Beispiel Almosen verteilen, an Studenten und Arme. …”

… und ich ~ ÄTSCHE-BÄTSCH! ~ das alles einmal erbe.

Pressefreiheit, sponsored by Weight Watchers

Man kann es drehen und wenden wie man will: NIRGENDS STEHT ANZEIGE. Die SUPERillu in der Hand des profitsüchtigen Weight-Watcher-Konzerns?

Ei – was hatte man heute vor einem Jahr den armen Wulff durchs Dorf getrieben!

2013-09-14 16.23.00Erst die Frankfurter Allgemeine stellvertretend für BILD, dann die Süddeutsche.

Rubikon – so etwas sagt man ja auch nicht!

Klar: Der Wulff hatte sich blöd angestellt. Weshalb ihm nun – folgerichtig – auch noch die große Liebe davon läuft (reziproker Versorgungsinstinkt). Der umtriebigen Bettina kann ein abgehalfterter Präsident auf dem Weg nach Ganzganzoben nicht mehr helfen.

Aber auch der ehrenwerte Deutsche Journalisten-Verband übte genau vor einem Jahr scharfe Kritik. Nicht nur gegen Herrn Wulff, sondern fairerweise auch gegenüber jeglichen Versuchen prominenter Persönlichkeiten, Einfluss auf die Berichterstattung von Medien ausüben zu wollen.

Diese Innung ist regelmäßig empört – stelle ich fest – aber wer empört sich über die Innung?

Ich fand eine längst vergessene pressefreie Super-Illu vom 3. Januar 2013 in fremden Zeitungsständer. Blättere und finde ein Super-Illu-Zitat (Zitat des Tages) neben einem Bild von Katharina Witt: „Meine Kurven werde ich immer behalten!“

Katharina Witt, 47, auf Seite 77 über ihre Figur und ihr neues Ernährungsprogramm. Auf Seite 77 erfahre ich, dass sich Katharina Witt neu erfunden habe. Sie ist „deutlich schlanker geworden“. „Ich habe vor einem halben Jahr zehn Prozent meines Ursprungsgewichtes verloren.“ Ein Mann – verriet Kathi – stecke nicht dahinter, sondern ein amerikanisches Ernährungsprogramm, welches „großartig“ sei.

“Keine Diät – sondern Philosophie.”

Alles andere sei doch einfach nur großer Quatsch, weiß Kathi und positioniert sich mit einer „Reporterin“ namens Susi Groth vor einem Weight-Watcher-Signet. Und man kann es drehen und wenden wie man will: NIRGENDS STEHT ANZEIGE. Super-Illu, sponsored by Weight Watchers.

Die Journaille ist frei, so lange die Kohle stimmt. Nun könnte ich es beenden, blättere noch a bissel – … @! … – und entdecke: Zwei Seiten nach der Weight-Watchers-Werbung beglückt Andrea Kiewel die Super-Illu-Leserschaft mit „Kolumnen“.

Kiwi scheint – wie anhand des aktuellen Fotos zu erkennen – dicker geworden zu sein, seit sie nicht mehr bei Weight Watchers unter Vertrag ist. Vielleicht – häme ich nun – ist sogar das Dickwerden nach einem Weight-Watcher-Vertrag ebenfalls Bestandteil der Leistung?