Das Missing Link eines Witzes

Es ist zum Verrücktwerden: Man kennt bereits die Pointe, man kennt das wichtigste Element eines zukünftigen Jokes – doch ein lausiges Bindeglied (das Glied, ohne welches eine Konstruktion nicht humorig werden werden kann) kommt nicht in den Sinn.

~~~

Die Konstruktion des Witzes folgt einer uralten Aufgabe: Wolf, Ziege und Kohlkopf müssen an das andere Ufer eines Flusses. Der Fährmann kann nur ein Element von dreien transportieren, zwei bleiben entweder zurück oder sind schon da, wobei der Wolf die Ziege oder die Ziege den Kohlkopf fressen würden.

Wie kommen alle hinüber ohne dass etwas gefressen wird?

kohlwolfziege

(Bildquelle: http://www.wernerfrueh.de)

Der Vollpfostenhumor zu dieser Aufgabe: Was passiert, wenn dieser Wolf Veganer ist? Oder wenn diese Ziege plötzlich Wölfe frisst? ~ Jacke wie Hose: Es geht um ein Dreierproblem wie bei Stein-Schere-Papier. Oder – für den der will, und TBBT mag – um ein Fünferproblem.

Stein-Schere-Papier-Echse-Spock:

tbbt_steinschereechse_

Das Prinzip sollte also verständlich sein.

a gewinnt gegenüber b und verliert gegenüber c, derweil b gegen a verliert und gegen c gewinnt, welches wiederum gegen a gewinnt und gegen b verliert.

Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei…

~~~

Für einen zukünftigen Witz sind a und b definiert:

  • a = Naturgesetze, Gesetze der Astrophysik, Gesetzmäßigkeiten der Evolutionstheorie und sonstige Objektivität
  • b = weibliche Logik

b schlägt selbstverständlich a.

… @??? … @??? …

SEIT TAGEN FINDE ICH NICHTS, WAS b BEZWINGEN KÖNNTE. Nirgendwo ist ein c, welches der Konstruktion: “c sollte sich Naturgesetzen unterwerfen und zugleich weibliche Logik bezwingen” folgt.

Solange c nicht gefunden ist, bleibt jeder Witz unvollendet.

Werbeanzeigen

Erwünschte Legende

Die hier folgende Geschichte ist nur im Kern wahr. Immer wieder neu erzählt, wanderte die Geschichte von zahlreichen Mündern zu den verschiedensten Ohren, so dass sie sich durch manche Ergänzung oder Unterlassung im Laufe der Zeit zur Sage veränderte, zum Märchen.

Dass sie so wahr sei, wie ich sie nun erzähle, ist mein Wunsch.

Eines Mannes letzte Tage sind gekommen. Einerseits ist er alt genug, andererseits pumpt das Herz nicht mehr so richtig, dazu noch dies und jenes, kurz: es gibt keine Besserung. Des Sterbenden letzten Wünsche beziehen sich aufs Sehen – er möchte alles ihm Vertraute noch einmal gesehen haben, Freunde, Blumen, Häuser, Natur…

Da seine Frau aufgrund eines Leidens nicht mehr laufen kann, lädt er seine alten Freunde zu Spaziergängen ein. Um Natur zu staunen, um sich zu freuen, um ihr davon erzählen zu können.

Eines Tages kommt jener Freund, von dem unsere Geschichte überliefert.

Just an diesem Tag ist zufällig der Fahrstuhl im Haus des Alten defekt und er muss sich, unterstützt von seinem Freund, zu Fuß in die fünfte Etage quälen.

Am letzten Absatz macht der Alte länger Halt, bis er wieder zu Luft kommt, findet in einer Ecke des Aufganges einen vergessenen Eimer, darin einen verrosteten Maulschlüssel, reibt beides gegeneinander und tritt schließlich mit voller Wucht dagegen.

“Ich darf nicht außer Atem sein. Meine Frau macht sich sonst große Sorgen. Daher soll sie nicht wissen, dass der Fahrstuhl kaputt ist – sonst wird sie mich aus Sorge bitten, bis zu einer Reparatur in der Wohnung zu bleiben. – Mit meinem Fuß, dem Eimer und dem Maulschlüssel imitiere ich den Fahrstuhl. Sie wird es hören, glauben dass der Fahrstuhl funktioniert und braucht nicht besorgt zu sein…”

~~~

Tränenreiche Beerdigung.

Der alte Freund spendet der Witwe Trost:

“Er hat immer an dich gedacht ~ wollte nie, dass du dir Sorgen machst ~ auch nicht um ihn. Er hat dich sehr geliebt. ~ Weißt du eigentlich, dass er extra für dich die Geräusche eines Fahrstuhls gemacht hat, nur damit du drinnen glaubst, alles sei in Ordnung?”

Die Witwe nickt. Wie sollte sie nicht Bescheid wissen!? – Sie selbst hatte damals den Eimer in den Flur gestellt und einen Maulschlüssel dazu gelegt, damit er Gelegenheit fand, alles zu tun, um sie nicht zu beunruhigen.

Die Liebe – entdecke ich, dies hörend – ist die allerhöchste Form des Mitgefühls.

Ukrainische Lebensweisheit

Dachs Mykola sitzt am Bach und hält eine Bananenschale ins Wasser. Da kommt Mischa der Bär des Weges daher.

“Mykola, Bruderherz, was machst du da?”

“Gib mir einen Tscherwonetz – so will ich es dir verraten.”

Der Bär kramt die entsprechende Münze aus der Geldbörse und reicht sie dem Dachs.

“Nuuu?”

“Ich bade eine Bananenschale.”

“Du bist ja total bescheuert, eine Bananenschale kann man doch nicht baden!”

“Bescheuert hin, bescheuert her- was soll es? Mir egal ~~~ aber eine hübsche Stange Geld kommt täglich zusammen.”