Gutes Wetter und Erinnerung an die Kindheit

Gestern flog mir ein Marienkäfer auf den Handrücken und ich dachte gleich: „Donnerwetter! – Es gibt sie also doch noch.“ 

Die Eltern nannten solche Käfer „Motschekiepchen“, wir Kinder sammelten sie in Streichholzschachteln aus Riesa. Irgendeine Punktekonstellation auf den Flügeln sollte Glück bringen oder uns das Alter der Käfer verraten.

*grübel*

Wenn es also Marienkäfer noch gibt – ~ – dann könnte vielleicht auch sein, dass Maikäfer noch nicht vollends ausgestorben sind. Die gab es einst massenhaft bei uns und bei Max und Moritz.

~

Im ARD- oder ZDF-Morgenmagazin werden derzeit Mai-Gedichte vorgetragen. Erst eines von Möricke, zu dem die Moderatoren extra zufügen, dass dies einst ein deutscher Dichter war. Dann folgt ein Maigedicht von Wilhelm Busch. Ich selbst, mit anderen Dingen beschäftigt, erfahre das TV-Programm wie ein Hintergrundbild. Bis ein Moderator zu den anderen sagt: „Früher war es im Mai kälter.“

Stimmt! Nicht nur im Mai, fällt mir prompt hierzu ein, auch an Ostern.

„… Der alte Winter, in seiner Schwäche / zog sich in rauhe Berge zurück. Von dort her sendet er, fliehend, nur / ohnmächtige Schauer körnigen Eises / in Streifen über die grünende Flur. …“

Odersoähnlich. 

Winter adè – Scheiden tut weh. Früher war die Welt in Ordnung. Heute bringen genmanipulierte vierblättrige Kleeblätter das Glück. 

Oder – vielleicht – freifliegende Marienkäfer, wie der, der heute auf meinem Handrücken landete.

Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

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