Die Momentanverbrauchsanzeige der Deutschen Telekom

2202. 📞…📞

„… Und im Übrigen kostet die neue Family-Card nicht mehr 19,95 Euro, sondern 24,95 Euro. Dafür kann man aber auch aus  den Netzen der Europäischen Gemeinschaft flat telefonieren. …“

Was wir natürlich nicht brauchen. Viel zu selten halten wir uns in Brüssel, Paris oder Rom auf – uns genügt Berlin. Und wollen wir fernes Ausland, können wir jederzeit nach Dresden fahren. In eine Stadt, die uns aufgrund der sonderbaren Verhaltensmuster der Eingebohrenen immer fremder wird.

Jedenfalls bietet uns die Deutsche Telekom inzwischen eine Menge unnützer Dinge „dazu“, die man stets mitzuzahlen hat. Obmanwillodernicht. Zum Beispiel gibt es für einen Internetanschluss drei [sic!] Festnetzanschlüsse, für zwei Personen, die jeweils ausschließlich mit Smartphone telefonieren. Dazu gibt es „kostenfreie“ SMS-Flat. 

Wer simst heute noch?

Eingefleischte Russen bemerken Stellen wie dieser, dass es für eine solche Situation einen Witz gibt und mansch Kenner der ostdeutschen Stagnationsperiode erinnert sich an den PKW, Marke Trabant. Zu Beginn der Achtziger Jahre wurden für das „Auto“ zahlreiche „Extras“ eingeführt. 

Das kurioseste Extra war die offiziell so genannte „Momentanverbrauchsanzeige“, von den Trabbi-Besitzern auch „Mäusekino“ genannt. Immer wenn ein Trabbifahrer Gas gab, leuchteten kleine Lämpchen und es könnte sehen, wer es nicht spürte oder nicht hörte: Der Fahrer gibt Gas! Unnötig – aber hübsch teuer. So hatte mein erster Trabant – ich bin wirklich schon so alt! – einen Grundpreis von 8.450 Mark und dank Sachsenring-Extras kam dieser auf 14.694 Mark (der DDR). 

„Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Caussidière für Danton, Louis Blanc für Robespierre, die Montagne von 1848-1851 für die Montagne von 1793-1795, der Neffe für den Onkel. Und dieselbe Karikatur in den Umständen, unter denen die zweite Auflage des achtzehnten Brumaire herausgegeben wird!“ – Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852). MEW 8, S. 115

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

4 Kommentare zu „Die Momentanverbrauchsanzeige der Deutschen Telekom“

  1. Dann ist der Antichrist eine Farce…denn er ist eine umgekehrte Wiederholung der Geburt Christi.
    Ach schön, so Herleitungen…
    …angefangen über die Telekom, dann weiter nach Dresden(wollte ich eh längst mal hin wegen der alten Meister und sooo…) und am Ende lande ich bei Hegel. Verrückter Gedankengang. Mein alter Renault 4 war höchst funktional. Kein unnötiger Schnickschnack dran und billige Unterhaltung. Viel Auto, der Pragmat unter den Autos. Er fuhr. Treue Autoseele…😉

    1. Der Trabbi fuhr auch. Einmal ist mir zwar ein Rad abgeflogen. Einmal haben beide Bremsen gleichzeitig versagt – aber der kleine Ossi war stets zufrieden. Weil er einen Trabbi hatte – andere Ossis standen noch auf der Warteliste. Neid macht glücklich.
      Umso skurriler ist die Deutsche Telekom: Lenchen war in den letzten zwanzig Jahren einmal in Paris, einmal in Rom, noch nie in Brüssel. Aber hierfür hat sie eine Flatrate, obsiewillodernicht. Doch niemand kommt wohl auf die Idee, uns zu beneiden.

  2. Deine Worte verstehe ich so, dass ich nichts versäumt habe, dass mein letzter Trabant aus dem Jahr 1988 KEIN Mäusekino hatte, dafür die Kombivariante war.

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