Neujahrsfeier russisch

Ein laufender Fernseher stört. Mich zumindest. Und bei Feiern immer.

Bei den Deutschen ist der 90te Geburtstag – Dinner for One – wenigstens zeitlich begrenzt, auf knapp 18 Minuten. Deren Protagonistin, Miss Sophie, inzwischen 141 Jahre alt sein müsste (2014-1963=51 Jahre).

Anyway: : „The same procedure as every year, James!“ – Tradition ist Böller.

Russisch ist immer größer, breiter, länger als im Rest der Welt. Dennoch ebenso stetig. Hier läuft Silvester seit 1975 „Ironie des Schicksals“ – „Ирония судьбы, или С легким паром“ – und dauert 184 Minuten.

Jeder am Tisch kennt die wichtigsten Passagen auswendig und dennoch freuen wir uns, wenn sie auf der Leinwand erscheinen. „Собаки ходят…“ – eine Art Rocky Horror Picture Show, die seine Fortsetzung in russischer „Estrada“ findet. Alte Menschen singen alte Schlager und machen blöde Witze und das Publikum an unserem Tisch kommentierte.

„Guckmal: Die-da! Die ist doch bestimmt schon Sechzig, hat sich das wohl Gesicht machen lassen? Und der-da müsste fast Siebzig sein. Aber die beiden – guckst du überhaupt noch zu? – sind nicht mehr zusammen …“

Lenchen sagt plötzlich: „80% der russischen Estrada ist aus der Ukraine“, worauf einer der Gäste sagt: „Na und? – Wir sind doch alle ein Volk!“ … was ich wiederum in der Neujahrsnacht von 2014 auf 2015 saukomisch finde.

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