Künstlerische Tragik

9. Tag

Kaffee am Bett. Wie im zugehörigen Per-Cornelius-Lied. “Klingt das net unheimlich zärtlich?”

Lara ist neugierig.

“Und? Wie war’s?”

Diesmal ist das keine rhetorische Frage. Lara ist will ehrlich wissen, was abging, denn ein Russischer Abend, organisiert von Deutschen, müsste normalerweise putzig sein.

Doch ich, der Spätheimkommer, habe gewisse Nebensächlichkeiten noch nicht verarbeitet, will lieber hier anknüpfen, will lieber darüber reden.

“Wladislaw ist ein großartiger Musiker. Am liebsten spielt er Jazz. …”

Doch *seufz* monitäre Umstände zwingen ihn, Russisch-Disney zu spielen, so was wie “Kalinka”, “Подмосковные вечера” (Moskauer Nächte), oder Melodien, wie die von “Dschingis Khan” klingen. “Lasst noch Wodka holen (Ho, Ho, Ho, Ho, Ho), denn wir sind Mongolen (Ha, Ha, Ha, Ha, Ha)”.

“… und er währe wohl unter guten Musikern der beste.”

Ein Leidensgenosse. Auch mich zwingen die Umstände zur Formulierung von zerstörerischen Briefen an irgendwelche Verwaltungen, derweil zur Beschäftigung mit Wirklichwichtigem Zeit und Gelegenheit fehlt.

*seufz*

* * *

“Wladislaw” ins Deutsche übersetzt heißt übrigens “Herrsche ruhmvoll!” und “Wladimir” bedeutet “Beherrsche die Welt!”. Man gibt in Russland den eigenen Kindern via Namen Botschaften auf den Weg.

So gesehen macht Herr Putin seinen Namen alle Ehre.

Hierzu fällt noch eine Frage ein: “Findest du es nicht auch komisch, dass der Name Wladibab (“Beherrsche das Weib!”) noch nicht erfunden ist?”, frage ich plötzlich.

Hierüber will sich Lara jetzt nicht unterhalten. Sie kann auch nicht darüber lachen.

* * *

<prognose>

Lara wird mich – aus Revanche für diesen Joke – sehr, sehr bald an das “Gebet einer Frau” erinnern:

Господи, молю, дай мне:
Мудрости, чтобы понимать мужчину,
Любви, чтобы прощать его,
И терпения к его настроениям.

Силы же, заметь, не прошу, Господи,
А то ж прибью его нахрен …

</prognose>

* * *

LOL! – ich kann  vor lauter Lachen nicht richtig schreiben ~ … finde kaum die richtigen Tasten ~ … ROFL!

Also: Das obige Gebet, ins Deutsche übersetzt, geht so:

Oh Herr, ich bete, dass du mir gibst:
Die Weisheit, den Mann zu verstehen.
Dazu Liebe, um ihm verzeihen zu können.
Und Geduld gegenüber seinen Launen.

Um Stärke bitte ich Dich ausdrücklich nicht, Oh Herr,
Sonst hau’ ich dem Kerl noch richtig den Arsch voll.

Ich schreibe es im Original, also auf Russisch, überlege anschließend “Übersetzen oder nicht?”.

Überlege weiter: MAN MUSS NICHT IMMER ALLES ERKLÄREN, es gibt schließlich Übersetzungsprogramme wie das von Google, und teste dies sicherheitshalber:

 

fick-übersetzung

Alles klar: Ficken! “Und dann gibt es ihn ficken töten …” – da muss man erst einmal drauf kommen!

Fuck the Perewodschik!

* * *

Unvollendet.

Ich muss jetzt zum Arzt, Granny hat Wassergymnastik als Idee für sich entdeckt.

Das Auto ist immer noch ohne TÜV, denn der russische Schrauber hat wenig Zeit. Wer wenig zahlen kann oder will, muss sich immer anstellen. So ist es immer und überall.

Da aber das Auto immer noch da ist – ob nun mit oder ohne TÜV – “können wir nachher ja auch einkaufen fahren”.

Ich stelle fest: Das wahre Leben ist wie eine Wertpapier-Börse. Die Erwartung eines Ereignisses ist stets von größerer Wirkung als das Ereignis selbst. Nie waren wir so oft einkaufen, wie in Befürchtung des stillgelegten Autos.

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

4 Kommentare zu „Künstlerische Tragik“

  1. *lach*

    Ich probier immer zuerst bing, dann gockle als übersetzer. Französich kann bing besser – wie’s bei russisch ist, kann ich nicht beurteilen …

Senf dazu? - Bitte schön:

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