Festlicher Albtraum

Es sind immer wieder die gleichen Bilder: Die Mutter verdrückt sich in die dampfende Küche, will nicht gestört werden, derweil der cholerische Vater Unruhe verbreitet, meist mit dem Staubsauger.

Hin und wieder reißt er aufgeregt die Kinderzimmertür auf, sieht seinen Sohn drinnen sitzen und ruft:

“Jetzt lisst der ja schon wieda!”

Wobei “lisst” “liest” bedeutet und “der” für “du” verwendet wird.

Zu Brüllerei ist ein lesendes Kind nie Grund genug. Andere Eltern wären stolz auf einen immerlesenden Sohn.

Nicht so bei uns.

– “…, unn tue-du endlich auch irjendwas!”

Seither hasse ich Weihnachten.

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

7 Kommentare zu „Festlicher Albtraum“

  1. Je älter die Leute werden, je mehr leiden sie unter den Erlebnissen ihrer Kindheit und Jugendzeit. Was später kommt, ist oft vergessen, aber die Kindheitserlebnisse brennen sich unauslöschlich ein. Das habe ich immer wieder festgestelt, Das sind die Fußtritte, die eine junge Seele bekommen hat, sagte mir einmal ein sehr gebildeter Mensch, von dem ich es nicht erwartet hatte. Und der noch immer darunter litt, daß er im fortgeschrittenen Alter sich öfter und unbewußt noch gegen diese Tritte wehrt und dann Menschen kränkt, die ihm eigentlich sehr am Herzen liegen. Der Mensch, bzw. das Leben ist schon eine komische Einrichtung.Besser gesagt vielleicht das Zusammenleben…..´

  2. Du, Herr Solironow.
    Ich kann Dich gut verstehen.
    Weihnachten klingt bei Dir wie die Hardcore-Version von Loriots Familie Hoppenstedt.
    (Früher war mehr Lametta…)

    Es geht aber auch anders.
    Dann gruselt Weihnachten zwar immer noch im überheizten Wohnzimmer und verbreitet allerorten Hektik, aber es sucht sich Vorlesekeksekindermomente und träumt von Konsumrauschende.
    Der Engel schreit leise Frieden…

    1. Nurmalnebenbei: Solironow ist ebenso eine Kunstfigur wie Horst Schlämmer. Gäbe es den Alex (Solironow) nicht, könnte ich nicht schreiben.
      Und: Alexander Solironow darf jederzeit geduzt werden.

      1. Du, Herr Solironow, danke schön.
        Das ist ein sehr nettes Angebot und Dein Name ist insgesamt klangvoll, ob Lebenskunst oder Kunstprodukt.
        Meiner ist Stefanie.
        Manche sagen auch Steffi oder Fee zu mir, wie’s eben gefällt.
        Kein Kunstprodukt, ich mag Magie, die sich mitten ins tägliche Leben stellt.
        Ich bin zwar eine Sie…
        aber viel lieber hab ich ein Du,
        weil mir das einfach viel besser gefällt.
        Ich wünsch Dir ein schönes WE.

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