The White Bear Phenomenon

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Teil 1: Unverständliche Fragen

Neulich habe ich die Berliner Philharmoniker gehört, genauer: Die Matthäus-Passion mit Sir Simon Rattle und Peter Sellars.

Ich bin heute noch begeistert, schwärme …

Da kommt ein Wanderer des Weges daher, kommentiert und fragt:

“Interessant. Wer war der Bariton?”

(Die Antwort – aber wozu? – ist klar. Es waren derer zwei: Thomas Quasthoff und Christian Gerhaher)

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Gestern hörte ich Eishockey im Live-Stream, genauer: das Spiel “Iserlohn Roosters gegen Eisbären Berlin”. Es war spannend und knapp, ging in die Verlängerung. Heute bin ich immer noch aufgeregt, begeistert, schwärme …

Da kommt ein Wanderer des Weges daher, kommentiert meine Begeisterung mit der Vokabel “Interessant” und fragt:

“Wer hat die Tore geschoben?”

(Die Antwort – aber wozu? – ist klar. Es waren derer fünf: Lalondein in der 12.Minute, Talbot in der 19. Minute/PP, Tallackson in der 22. und Rankel in der 42. und der 65.)

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Wir fragen nie nach Verteidigern, obwohl sie gleichwertig. Statt 2. Violine wollen wir die erste Geige. Und: Derjenige, der die Namen erfahren hat, kann sie sich nicht merken.

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(Jedenfalls sind wir wieder auf dem Weg nach ohm. “EISZEIT in Berlin!”)

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Teil 2: Das Spiel

Das Spiel der Berliner Eisbären ist ein weiterer Beleg für die “Theorie der Ironischen Prozesse”. Weltweit bekannt unter “White Bear Phenomenon”, wonach der Versuch, einen bestimmten Gedanken zu vermeiden, diesen viel beharrlicher macht.

So merkte Fjodor Dostojewski 1863 seinem Reisebericht “Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke” an:

“Stelle dir selbst diese Aufgabe: Denke nicht an einen Eisbären, und du wirst sehen, dass dieses verfluchte Ding jede Minute in deinem Kopf sein wird.”

Hieraus wurde das Spiel – “The Game” genannt. …

<hier könnte theoretisch noch etwas mehr Text stehen> 

ilostthegameIm Allgemeinen gelten folgende Regeln für “The Game”:

  • Jeder spielt das Spiel.
  • Wer über das Spiel nachdenkt, verliert.
  • Wer das Spiel verliert, muss dies mindestens einer Person mitteilen.

Was wiederum beweist, dass alles – aber auch wirklich alles! -miteinander im Zusammenhang steht.

Und: dies ist keine Ironie!

Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

3 Kommentare zu „The White Bear Phenomenon“

  1. Denke nun NICHT an einen Eisbären mit blauen Augen, denn so lernte ich diese alte Meditationsgeschichte kennen und wusste nicht mal, dass die vom Dostojewski ist.
    Du hast mich natürlich sofort animiert, die alte Denkübung wieder mal auszuprobieren…
    Gut. Ich denke statt an Eisbären also an unsere beiden Vorzeigebraunbären in Olderdissen, die haben braune Augen.
    Ideal schiebt sich mir in den Kopf:
    „Deine blauen Augen stehen Dir so phänomenal!“
    Mist….
    Ich denke an das Spiel, daran, nicht zu gewinnen, nicht zu verlieren, immer schön locker bleiben, was?
    Wait…
    The winner…take it all…so what? And the looser (with blue eyes…shit!) standing small, ABBA, Agnetha (eisbärenkompabitelblond mit knallblauen Augen) hat auch nicht immer Recht.

    „Blue eyes….Snow bears have blue Eyes….“
    (Elton John..oh je…wo kommt DER denn jetzt her…?

    Die Tatsache, dass ich nicht weiß, wer in unserem Philharmonieorchester die erste Geige spielt, schmälert nicht eine Sekunde meinen musikalischen Ohrenschmaus, wenn ich der ersten Geige mal eine Weile lausche und die anderen aber als genauso wichtig im kompletten Zusammenspiel erachte, muss ich mir die also auch alle merken, merke ich mir gar keinen…oh, welch Elend und alle haben sie gerade blaue Augen…

    Song, song blue….white snow bears on my pillow….(Neil Diamond)
    (Mist,,!)
    Mut zur (Bildungs-)lücke?
    Mut zum Genuss.
    Schön, diese Eisbären.
    Ich mag blaue Augen wie verrückt.
    Eisbären auch…

    Aber…ich übe weiter…ich versuche nun, an nichts anderes mehr, als an Eisbären mit blauen Augen zu denken und überhaupt KEIN einziges bisschen an den alten Herrn Dostojewski.

    Oh, shit…..game over!

    😉

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und hoffe, ich erscheine nicht zu respektlos,
    denn ich lese sehr gern, was und wie Du es schreibst, vielen Dank dafür.

    Lieben Gruß von der Karfunkelfee

    1. Und ich liebe solche Kommentare! Ja, ich liebe sie wirklich! Überall Ansatzpunkte – einfach kommunikativ. Danke schön.
      Der Sinn des (Bloggens|Kommentierens) besteht offenbar mehr im Anschub als im Zuendebringen.

Senf dazu? - Bitte schön:

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