Arena-Akrophobie

Putzig sind Haustiere, die an menschlichen Schwächen leiden.

So gibt es beispielsweise ein Video von einer Katze mit Höhenangst, die auf einen hohen Baum kletterte und sich von dort aus nicht runter traut. Derweil sich Menschen unter dem Baum versammeln, der Katze zu helfen. Bis entschieden wird diesen Baum zu fällen.

Im Video fällt dieser Baum gaaanz langsam, die Katze landet sanft auf dem Erdboden – kriegt dann aber panische Angst vor dem Lärm der vielen Menschen und vor deren Gerätschaften und zischt prompt, Rettung suchend, auf den nächsten Baum, der ebenso hoch.

Eine Katze mit Höhenangst und die YouTube-User halten sich die Bäuche vor Lachen.

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Meine Strategie gegen Höhenangst (Akrophobie) heißt Wagnisselbsterziehung. So habe ich mich seinerzeit tapfer auf die Aussichtsplattform des Empire State Buildings begeben, auf die Dachterrasse des World Trade Center (drei Jahre vor dem Einsturz der beiden Türme), auf der Brücke zwischen den beiden Kirchtürmen in Halle an der Saale, auf dem Flatowturm im Babelsberger Park – stets voller Wagnisbereitschaft.

Natürlich mache ich das immer wieder – um meiner Persönlichkeit Impulse zu geben.

😉

Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten:

Wagnisbereitschaften und Wagniskompetenzen in verschiedenen Lebensbereichen werden nach Warwitz als notwendige menschliche Leistungspotenziale verstanden, die der Entwicklung der Persönlichkeit Impulse geben, der Wertschöpfung und qualifizierten gesellschaftlichen Teilhabe dienen und somit eine wichtige Funktion auch im aktiven Selbstbildungsprozess des Einzelnen haben.

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Aber eigentlich hatte ich gestern nur etwas Langeweile. (So viel Ehrlichkeit darf sein.)

Während unten zwei Fanklubs gegeneinander gurkten, bin ich unter das Dach der Arena am Ostbahnhof geklettert ~ einfach nur so, um zu sehen, wie man von der letzten Reihe aus das Spielfeld sieht. Siehe da: ICH FÜHLTE MICH PLÖTZLICH WIE EINE DER KATZEN VON YOUTUBE.

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Oder wie im Märchen: “Ach, was gruselt’s mir!

Seither denke ich mir Erklärungen aus.

Die Rehabilitierung russischer Tannen

Wie der Weihnachtsbaum in die Sowjetunion kam. Ausnahmsweise sehr sachlich geschrieben.

postyschew1935.

Stalin und die Säuberungen.

Was uns bis heute blieb, ist die Prawda.

Am 28. Dezember enthält das “Organ des ZK der KPdSU” den Rechenschaftsbericht des Genossen S. S. Lobow auf einem Plenum zu Fragen der Waldwirtschaft und der Stachanow-Stoßarbeiter-Bewegung. Ein weiterer Artikel trägt die Überschrift “Die sowjetische Handelsflotte wächst und erstarkt”.

Ach-ja, und: Amerikanische Armenier sandten ein Telegramm an Genossen Kalinin. Demnach verlassen sie das Territorium der UdSSR mit unvergesslich-schönen Erinnerungen, danken dem Sowjetvolk für erwiesene Gastfreundschaft und bringen „tiefe Gefühle der Befriedigung“ zum Ausdruck, über alles, was sie sahen.

Ebenfalls auf Seite 1, nur unten, unscheinbar, etwas seitlich steht:

Lasst uns für unsere Kinder zum Neujahr eine hübsche Tanne organisieren!

Der zugehörige Artikel trägt die Unterschrift des Massenmörders P. P. Postyschew.

Postyschew gilt heute als einer der Organisatoren des “ Roten Terrors” in Sibirien. Ihm selbst wurden innerhalb der Bolschewiki unverhältnismäßige Grausamkeiten zugeschrieben. Später organisierte Pawel Petrowitsch in der Ukraine Repressalien gegen die Intelligenz (1932-37),  “säuberte” bei der Gelegenheit auch die ukrainische KP von sogenannten Nationalisten, die im Weiteren meist mit Hilfe gefälschter Beweise oder erfolterter “Geständnisse” inhaftiert und teils hingerichtet wurden.

1937, als Vertreter des Obersten Gerichtshofes der UdSSR, entsandte “man” Postyschew nach Kuibyschew, wo eine örtliche Parteikonferenz unter seiner Leitung die Schädlingsarbeit von Volksfeinden “analysierte” – insbesondere deren unzureichende Verfolgung durch die verschiedenen Parteigliederungen [sic!], so dass im Ergebnis 110 Gebietssekretäre verhaftet und 30 Bezirksparteikomitees aufgelöst wurden.

Treppenwitz der Geschichte: Der Genosse Postyschew ist heute in Russland weniger für Massenmord, sondern vor allem für “seine Rehabilitierung des Weihnachtsbaumes” bekannt, weil er in eben jener Prawda – für viele Leser überraschend –  forderte, „das Vergnügen der Reichen aus vorrevolutionärer Zeit für alle Kinder als sowjetischer Neujahrsbaum in öffentlichen Gebäuden“ möglich zu machen.

Hierzu gab es im Übrigen keinen Politbüro-Beschluss. Postyschew hatte die Tannenbaum-Rehabilitierung, die im ganzen Land aufgegriffen wurde, persönlich mit Stalin abgesprochen. Sie ging einher mit einem gewissen gesellschaftlichen Wandel, wie der Abschaffung von Lebensmittelkarten, der beginnenden Produktion sowjetischen Sekts, wie auch der Zulassung von Jazz und Foxtrott.

Festlicher Albtraum

Es sind immer wieder die gleichen Bilder: Die Mutter verdrückt sich in die dampfende Küche, will nicht gestört werden, derweil der cholerische Vater Unruhe verbreitet, meist mit dem Staubsauger.

Hin und wieder reißt er aufgeregt die Kinderzimmertür auf, sieht seinen Sohn drinnen sitzen und ruft:

“Jetzt lisst der ja schon wieda!”

Wobei “lisst” “liest” bedeutet und “der” für “du” verwendet wird.

Zu Brüllerei ist ein lesendes Kind nie Grund genug. Andere Eltern wären stolz auf einen immerlesenden Sohn.

Nicht so bei uns.

– “…, unn tue-du endlich auch irjendwas!”

Seither hasse ich Weihnachten.

Methusalem aus Nowosibirsk

101jahrKommt das olympische Feuer nach Nowosibirsk wird Alexander Kaptarenko, welcher heute 101 Jahr alt ist, die Fackel tragen.

Der sibirische Methusalem – “долгожитель” – wurde 1912 in Sankt Petersburg geboren und überlebte in der Zeit seines Lebens drei Kriege, darunter die Blockade Leningrads.

Seit 1953 spielt Alexander Kaptarenko Tischtennis und beteiligte sich als Hundertjähriger 2012 an der Tischtennis-Europameisterschaft in Schweden, in der Kategorie “Tischtennis-Veteranen”.

Bemerkenswert sein Aussehen (siehe Bild © РИА НОВОСТИ/Александр Кряжев) und dass er ALLES, was in und mit seinem Land geschah, tatsächlich überlebte.

104. Putins Dead Poets Society

Material. Kommt in die Wiedervorlage.

Lyrikzeitung & Poetry News

(Weder Satire noch Science Fiction)

Als Präsident Putin seine Rede beendete, ergriff Tolstoi das Wort. Er dankte Dostojewski, Lermontow, Scholochow und Pasternak. Leider habe Puschkin nicht kommen können, da er erkrankt sei und daher nicht aus Belgien nach Moskau fliegen konnte. „Puschkin ist unter uns“, sagte Tolstoi.

Wladimir Iljitsch Tolstoi ist ein Nachfahr des großen Autors in der vierten Generation, und er meinte Alexander Alexandrowitsch Puschkin, einen Nachfahren des Dichters. Am 21.11. fehlte er beim Gesamtrussischen Literaturtreffen an der Universität der Völkerfreundschaft in Moskau.

Rund 500 Menschen waren anwesend, darunter viele Verwandte längst toter Autoren. Mit dem Treffen tritt Putin in die Fußstapfen seiner sowjetischen Vorgänger. Nun also übernahm Putin das Kommando über die Literatur. Ganz in sowjetischer Tradition versprach er Abhilfe, wenn einer der prominenten und privilegierten Teilnehmer Probleme ansprach.

Dann aber sprach der junge Schriftsteller Sergej Schargunow das Thema der politischen Gefangenen an. Putin antwortete, niemand in Rußland sei…

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Emil Steinberger neu aufgelegt

Kreuzworträtsel und Kommunikation passen – normalerweise – nicht zusammen. Man löst es für sich. Ungewollt einbezogen wird es demjenigen automatisch ungemütlich.

Heute. Frühstück. Rätsel.

“Sach-ma, wie heißt eigentlich die rechte Seite eines Kontos?”

“Haben. Rechts ist immer die Haben-Seite, ihr gegenüber, links, steht die Soll-Seite ….”

“NEE. DAS KANN NICHT STIMMEN, weil (!) ein Kontrolleur immer ein Ordner ist. Und ein Ordner hat ein “D” in der Mitte. Die rechte Seite des Kontos MUSS also mit einem “D” beginnen.”

Туннель времени. Captain Z-RO trifft Dr. Who. Die Zeitmaschine bringt uns schon in den frühesten Morgenstunden ins 20. Jahrhundert. Emil Steinberger sitzt im Telegrafenamt und löst Kreuzworträtsel.

 

Steinberger-Medley

 

Alles was heute geschieht, ist bereits einmal geschehen. Alles – selbst der jüngste Gag – schon dagewesen und:

“Das könnte tatsächlich einen Geee haben”

Error with Translation

In einer finsteren Nacht, irgendwann im September 2013, überfiel Lorksi89 klammheimlich eine meiner Städte und entwendete hieraus fast 150 Einheiten Marmor.

Seither rüstete ich auf.

Bis ich letzten Freitag stark genug war, Lorksi89 nach einer blutig-grausamen Schlacht vollständig zu unterwerfen. Alle (seine|ihre) Städte sind nun von mir besetzt, dazu nahm ich mir 20.000 Einheiten Marmor als Entschädigung für das im September erlittene Leid, dazu 8.000 Einheiten Wein, 5.000 Einheiten Schwefel und 2.500 Einheiten Kristall und in mein Tagebuch notierte ich “Rache ist eine ästhetische Kategorie”.

Inzwischen gab ich meinem Character den Zusatz “Monte Christo” – nun bin ich “Sheldor von Monte Christo” – und sagte zu Lara:

“Ich glaube, ich bin злопамятный.”

Auf Deutsch: böswillig? – gehässig? – @???” – ERROR IN TRANSLATION

Das Lemma “злопамятный” ist nur auf Russisch treffend. Es bedeutet “sich böse erinnernd” bzw. “sich stets im Zorn erinnernd”.

Das deutsche Pendant trifft es nicht ansatzweise:

gehaessig

“Gehässig” hat mit Hass zu tun.

Es hasst stets, wer keine Chance hat; das Opfer hasst den Unterdrücker. So gesehen hasse ich nie, damit halte ich mich nie auf – ich plane Vergeltung.

 Wo der Zorn die Rache fickt, wird Grausamkeit geboren.
(Russisches Sprichwort)

Das jüngste Testament

Die 11. Plage

Und Mose sprach: So spricht der Herr: Von nun an will ich durch die Lande gehen, und alle Menschen sollen sich gegenseitig Ratschläge geben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt.

😉

Lara ist auf der Suche nach einer neuen Küche unvorsichtig genug gewesen, dies ihrem Freundinnenkreis und Teilen der Sippschaft mitzuteilen. Seither werde sogar ich – der nun überhaupt nichts damit zu tun hat – mit blöden Tipps gequält. Bei Boss sein Küchen billiger als bei Porta. Bei Ikea muss man selbst schrauben und meist ist alles nach Weihnachten viel-viel billiger als davor.

Mich betrifft das Thema nicht unbedingt, ich könnte einfach nur mit den Augen rollen oder zum Selbstschutz Sprüche klopfen, wie:

Vor Weihnachten ist immer – ebenso wie danach.

Oder:

Für einen Mann ist die Küche nur der Ort, wo der Kühlschrank steht – für alles andere gibt es den Lieferservice.

Doch unabhängig davon gilt es nun, Lara zu schützen, da traf es sich hervorragend, dass zufällig die wichtigsten Ratgeber beim Kaffee zusammen saßen.

Diese klärte ich auf:

“Lasst sie in Ruhe kaufen. – Schönes Einkaufen ist wie schöner Sex. Es kommt bei dem einen wie bei dem anderen mehr auf den Prozess an als auf das Ergebnis.”

Bestimmt habe ich Recht. Suche und was man braucht gefunden zu haben – es also selbst erlebt zu haben – ist wahrscheinlich größeres Glück als die Kamasutra im Regal.

Der Linguistik-Monk

Arena. Show. Lärm.

Unten feuert Uwe Schumann die Fans an – oben auf dem Rang sitze ich, voll konzentriert.

“… und hier kommen sie! – Applaus für unsere Bambini!”

YES!

Heimliche Freude und Glücksgefühle wie bei einem Tor der Bären. Ich habe die deutsche Sprache um ein überflüssiges “S” bereinigt. Zuvor sagte Arena-Sprecher stets “BambiniS” – also die Mehrzahl der Mehrzahl.

“Du Uwe, bitte nicht böse sein, aber: Bambini sind bereits viele Bambinos…”

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Vor dem Spiel drückt mir der Fahrer seine iPhone in die Hand.

“Scanne bitte meine Mitteilungen. Gibt es etwas Wichtiges?”

Mir fällt sofort auf, dass der Absender – ein bekannter Wirtschaftsjournalist – “im Weiteren” klein schrieb. So muss mir auf die Zune beißen, dies nicht anzumerken.

“Nö. Es gibt nichts Wichtiges”, lüge ich.

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Vieles Deutsche ist so falsch. Unglücklicherweise scheine ich der einzige User zu sein, der dies bemerkt und anmerkt. Suche zwischenzeitlich nach einer Selbstbenennung.

“Sprach-Kassandrus”, denke ich mir erst aus, um es dann zurückzunehmen. Kassandra als Gleichnis wäre zu tragisch – mein Verhalten ist wohl eher monkisch.

“Linguistik-Monk” schreibe ich jetzt in den Header. Punkt.

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Meister wird man durch messbaren Vergleich mit anderen Kandidaten. Größtes Glück ist den stärksten Gegner bezwungen zu haben. Doch die Fans singen…

“…wir scheißen auf den Rest der Welt.
Deutscher Meister werden wir!”

Wenn auf den Rest der Welt geschissen ist, macht Meister sein keinen Sinn mehr.

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Die berühmte Hymne:

“Sie sind die Könige auf dem ewigen Eis ~ ho-ja, ho-ja, ho!”

Doch der Starke ist am mächtigsten allein (Schiller).

Bei vielen Königen muss ich automatisch an die Ukraine denken, wo tagtäglich der Beweis erbracht wird, dass diese sich nie und nimmer vertragen können und DESHALB ein ehemals schönes Land ruinieren.

Und ich denke an Inflation. “Viel” Geld ist ebenso wertlos wie die letzten Karbowanzen, …

Anmerkung: 1991 wurde in der Ukraine der so genannte Kupon-Karbowanez (купоно-карбованець) eingeführt, welcher unter einer Krankheit namens Hyperinflation zu leiden hatte. So war der mittlere Jahreskurs 1992 135 Karbowanzen für eine Mark – 1995 gab es für eine DM 102.886 Karbowanzen.

… welche alle Ukrainer zu millionenschweren Königen machte, wofür diese sich aber nichts kaufen konnte, außer Wodka und Brot.

Mein Vorschlag in Güte: Wenn man “Könige” durch “Götter” ersetzt, stimmt es wieder. DAS sollte ich einmal den Pudhys vortragen.

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“Du gehst uns allen auf den Keks. In zweihundert Jahren sprechen sowieso alle Englisch”

Ja. Dann aber mit deutschem Akzent und deutschen Fehlern.

Feminine Irritation

“Warum ziehst du immer nur die Sachen an, die oben liegen?”

Typisch-weibliche Frage, welche sich zudem selbst beantwortet: WEIL SIE OBEN LIEGEN – warum denn sonst?

Doch wenn sich solche Frage mehrfach wiederholt, ist man(n) zu Zugeständnissen bereit.

2013-11-21 10.22.44Gestern erfand ich ihrzuliebe Dreistapelordnung. Links staple ich ab sofort das allerfrisch Gewaschene, rechts davon –  leicht chaotisch zwar, aber hauptsächlich dem Kriterium “mittelfrisch gewaschen” folgend – einen zweiten Stapel und weiter daneben befinden sich altfrische Sachen.

2013-11-21 10.22.15Total unlogisch-feminin -~- und so habe ich nun jeden Tag etwas anderes an.

Kritik sollte von nun an ausbleiben – ABER NEE: Was ich “an” habe, passe nicht zusammen, behauptet sie.

Nee-na?! – @???

Das passt schon: Es ist alles von einem Stapel.