Ein fremdes Soziotop

Betritt man zufällig ein fremdes Soziotop, bemerkt man dessen Dissonanzen sofort. Solche, die von den Leuten “drinnen” – von den Bewohnern – selbst nicht mehr wahrgenommen werden. Man spürt deren “Mikroklima” – wie Lara es nennt.

Ich sollte was bringen, eine ihrer Freundinnen macht mir die Tür auf, drinnen liegt ihr Mann im Unterhemd auf der Couch.

TV, Chips und Unterhemd – der Olle steht auch nicht auf, wenn Besuch das Zimmer betritt. So muss ich mich zum Gruß zur Couch begeben, muss ~ ekelhaft ~ seinen Schweiß riechen. Ich sage rasch “Tach schön” und begebe mich wie von selbst zum Reden in die Küche.

Wo bin ich bloß?

Eine von Laras Freundinnen lebt mit einem Deutschen zusammen – was natürlich nichts zu sagen hat; wahrscheinlich gibt es auch russische Ärsche.

ES GIBT AUCH SONST NICHTS ZU KOMMENTIEREN, jeder ist seines Glückes Schmied, außer dass sie sich – wie sie mir in der Küche verrät – nicht trennen können, weil dem jeweils anderen Geld für Miete fehlen würde.

Sie sei aber schon [sic!] auf der Suche. Und wenn sie eines Tages einen hübschen und reichen Prinzen gefunden hat – einen, der sie rausholen kann – dann sei sie bereit, umzudenken.

Normalerweise funktionieren die zugehörigen Märchen anders: Die Märchen-Bräute sind jung und hübsch.

Unabhängig davon: Beeindruckend ist feminines Selbstbewusstsein schon. Mein Verstand sagt mir: Wer mit Vierzig den “Richtigen” nicht fand, findet ihn mit Fünfzig auch nicht mehr. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann vegetieren beide heute noch zwischen Bettpfosten und Kochtopf hin und her. Mehroderweniger besoffen.

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Brot für die Welt, Flüchtlinge, Afrika ~ dabei braucht man nur bei seinen Nachbarn zu klingeln, um zu erfahren, wer wirklich Hilfe braucht.

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

12 Kommentare zu „Ein fremdes Soziotop“

    1. 😉 klar. die berühmte ausnahme, welche die regel bestimmt.
      was aber hätte aus euch werden können, wenn ihr euch früher begegnet … ~ alte fragen gebären junge.

  1. Oh ja. Es gibt soviele unterschiedliche Welten, die sich hier um uns herum tummeln. Manchmal gerate ich ebenfalls in solche, die mich die Dissonanzen spüren lassen. Wie das feine Kratzen über eine Langspielplatte … uh – jetzt läuft mir ein Schauer über’n Rücken. Doch jeder wie er will. Ich muss ja nicht so.

    Achja … ich glaube „Arsch sein“ ist eine globale Eigenschaft. So wie zum lästigen Schnupfen ein Taschentuch gehört, gehört zum Homyarsch ein graues Feinripp-Unterhemd, ’ne Flasch‘ Bier und das Dauerfernsehgedröhne! Klischee??? 😉

    1. Stimmt. Und wo Häupter sind Ärsche nicht minder gedrängt.
      Achja… ich erinnere mich an manche Kratzer, die ich heute noch erotisch finde. Wie den damals, bei „Sweet Child in Time“ – da damals ein harmloser Kratzer ein Vorspiel inszenierte. (Iss aba lange-lange her)

Senf dazu? - Bitte schön:

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