Das Periodensystem der Ereignisse

Heute steht “Zeitreisen” in der Agenda. Daher schreiben das Jahr 2005 – genau: den 5. August 2005 – und stellen bereits eingangs fest, dass viele Ereignisse periodisch funktionieren, indem sie wiederkehren und sich wiederholen. Im Großen wie im Kleinen.

Auch im August 2005 stand eine Bundestagswahl an. Und damals wie heute diskutierten wir in familia – just zu diesem Zeitpunkt – über Finanzen. Dieser Situation geschuldet erzählte ich dem WWW einen Witz:

Es kommt ein Händler des Weges daher und ruft seiner Frau von Weitem entgegen: „Liebling, heute habe ich den Gewinn verdoppelt!“. „Oh!“, freut sich die Gattin, „du hast wohl viel verkauft?“. „Nein, verkauft habe ich nichts – ich habe aber die Preise erhöht!“

Der olle Witz könnte heute wieder passen. Nur: Heute isser noch weniger lustig als damals, als ich ihn bereits nicht so richtig komisch fand.

Ach übrigens: Vor 8 Jahren war ich online deutlich hektischer als heute, denn ich hatte keine Ahnung, was Facebook kann. So postete ich im Blog [!] zwei Fotos aus dem Arbeitszimmer, derweil ich witzelte, dass sie der Meinung sei, es sähe mit Blumen besser aus.

050805_zeitreise

Typischer Facebook-Joke.

Witz komm raus, du bist umzingelt!

Dazu Schrumms “in eigener Sache” ~ damals war ich noch einer der vielen Erklärbären ~

*schäm*

~ wie hier zum Beispiel:

Manchmal versuche ich einfach nur unsere Kultur des Miteinanderumgehens zu karikieren und wahrscheinlich gelingt mir das nicht immer. Wir Menschen sind – glaube ich – manchmal sonderbar: Da treffen zum Beispiel sich zwei von ihnen, ihren Instinkten oder Trieben folgend, haben mehroderweniger Spaß miteinander und gehen anschließend auseinander.

Soweitsogut.

Aber danach: ER geht in die Kneipe, trifft sich mit seinen Kumpels und der Penis der vergangenen Nacht wird immer härter, größer, fester und länger, gerät schließlich zum Eisenglied. Nach zwei weiteren Bieren folgen wundersame Erzählungen, wie „…um ihr dies zu beweisen, ließ ich einen Zug entgleisen.“

Wir kennen das alle zur Genüge. Für mich neu war nur, dass die Retrospektive auf eine letzte Nacht bei den Frauen mitunter diametral entgegengesetzt verläuft, dergestalt dass der selbe Penis des oben erwähnten Beispiels, in welchem er zum Eisenglied mutierte – auf einmal sonderbar klein und unscheinbar ist. Dieser kleine Nichtsnutz! Er wird als optimistische Aktionist dargestellt, der da fast unbemerkt sein Werk verrichtet – sehr zur Enttäuschung der jeweiligen Bettgenossin.

Witzig ist etwas anderes. Das Fremdschäm-Zeitreise-Syndrom. Doch inzwischen lösche ich nicht mehr, was mir heute peinlich – NEIN, ICH STEHE DAZU UND SCHÄM MICH DAFÜR MASOCHISTISCH: So etwas schrieb ich also vor vielen-vielen Jahren, an einem Tag, der eine Schnapszahl war.

Potsdam, am 05.08.05

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

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