Binationale Ambivalenz

Man(n) kann in einer deutsch-ukrainischen Partnerschaft zwar deutlich besser den Ton angeben als in einer deutsch-deutschen, wird dafür aber auch stärker in die Pflicht genommen.

So saß ich gestern “ewig” lange mit und für Lara im Vorzimmer eines Amtes, nur um gemeinsam mit ihr auf die Herausgabe ihres [sic!] Führerscheines zu warten. Was mir in meiner ersten Ehe – mit einer Deutschen – nie und nimmer passiert wäre.

Und überhaupt: Ich könnt’ den Brüderle machen.

Aufenthaltstitel?

Wer hat’s gemacht? – Ich hab’s gemacht!

Mietvertrag?

Wer hat’s gemacht? – Ich hab’s gemacht!

Arzttermine?

Wer hat’s gemacht? – Ich hab’s gemacht!

Wozu übrigens anfangs sogar ihr Frauenarzt gehörte. Erst als sie eine russischsprachige Ärztin fand, sah ich mich plötzlich ausgeschlossen.

Aber egal: Im Prinzip habe ich Recht. Solcherart binationale Lebensform liefert den Klassiker:

“Der Mensch wird frei geboren, und überall ist er in Banden. Mancher hält sich für den Herrn seiner Mitmenschen und ist trotzdem mehr Sklave als sie.”*

Und: Als im Jahre 1762 Jean-Jacques Rousseau zu eben jener Erkenntnis kam, verwendete man Mensch und Mann noch gleichbedeutend.

——

* Quelle: “Vom Gesellschaftsvertrag”, Buch I, Kapitel 1, Jean-Jacques Rousseau, 1762

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

2 Kommentare zu „Binationale Ambivalenz“

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