Eine altbekannte Störgröße

Der Wundertäter reist mit seiner interessanten Frau, beide waren bereits Sonstwo, aber noch nie in Potsdam. Das Wetter geriet herrlich, Lara hatte extrem gute Laune und: Hätten WIR VIER den gestrigen Tag ALLEIN verbringen können, wäre es einer von den besseren geworden.

Was wohl auch vom Wundertäter so erwartet, weil Lara und ich zu den wenigen Menschen gehören, die nicht viel mehr wollen als entspannt, Zeit zu verbringen, dabei a bissel über Kiew oder Potsdam reden …

“bei uns isses so – bei euch isses anders”

… oder über Literatur.

Puschkins Dubrowskij – den ich derzeit lese – nimmt vieles von den Geschehnissen, die den Orangen Ereignissen folgten, vorweg … ~ Und überhaupt:

“Orange Revolution” – @?

Kurz und gut: Wir hätten gute Gespräche haben können und hatten uns vorher darauf gefreut, bis sich eine alte Freundin einmischte.

Da die beiden ohnehin in Berlin übernachten, wo auch die alte Freundin wohnt, könne die beiden nach Potsdam gebracht werden, was sie völlig uneigennützig übernehmen könnte, lautete der Vorschlag – und Lara tappte in die Falle, denn nach einem, von meiner Frau gleichgültig abgedrücktem “Okay”, wurden wir die alte Freundin nicht mehr los.

Babelsberger Park, Neuer Garten, Park Sanssouci – immer und überall zottelte das fünfte Rad nebenher. Um auch die noch so geringste Gelegenheit zu für sich und irgendwelche Kundinnen zu nutzen.

Was sich – mitten in einem Thema! – wie folgt anhörte:

(Sie) “Duhu, Sascha – ich habe eine Freundin…”

(Beide) “Rhabarber-Rhabarber” ~ *tuschel-tuschel*

(Sie glücklich) “Oh! – Danke schön!”

Woraufhin sie jedes Mal aus unserer kleinen Gruppe sprang, aufgeregt eine Nummer tippte, um das andere Ende der Leitung entsprechend zu informieren.

“Du hast morgen, 10:00 Uhr, einen Termin.”

Strahle-Frau ganz stolz. Als hätte sie dem Meer Land entrungen. Und immer wieder, wenn in unserem Gespräch die geringste Pause, ertönte ihre Stimme aus dem Off.

“Duhu, Sacha – ich habe noch eine weitere Freundin …”

~~~

Der Wundertäter gab mir im Übrigen recht: Es gibt keine Schönheit an sich. Auch Jugend macht nicht schön – ES KOMMT IMMER NUR AUF DEN TYP AN und die dem Typ entsprechende Lebenseinstellung. Auf die Typin, wenn man(n) es genau nehmen will.

Mehr noch: Wenn ein Mann – wie in einem uns gemeinsam bekannten Falle – am liebsten mütterliche Beziehungen hat und die Frau, die er zuvor auf einer Partnerbörse fand, gern bereit ist, die “Mutter” in zu spielen, ist es für diese Frau doch geradezu contra-produktiv, sich von Mutti auf Lolita operieren zu lassen. Auch aus einem Luder operiert man keine Lady.

Wir Männer verstehen uns, obgleich der Wundertäter relativierte:

“… aaaber, ich habe eine Familie zu versorgen.”

Stimmt. Es gibt immer einerseits und andererseits. Und wenn ein Ukrainer sagt, er habe eine Familie zu versorgen, klingt das zehnmal schwerwiegender, als wenn ein Deutscher das gesagt hätte.

~~~

Zugegeben: Trotz allen Wissens, staune ich immer wieder ob der Aufregung, die ein Wundertäter hervorruft. Was sich derzeit alles in der Nähe Rezeption “seines” Berliner Hotels aufhält, um einen Termin zu ergattern! – WAHNSINN!

Würde ich Saschas geheime Telefonnummer bei eBay versteigern, könnte auch ich eine ukrainische Familie versorgen.

~~~

23 Uhr waren wir wieder zu Hause.

“Bin ich froh, dass du schön bist”, sage ich zu meiner Frau.

So sparen wir eine Menge Geld. Von Natur aus sozusagen.

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

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