Abflug

Alles ist inzwischen so schön bequem, so hübsch online. Sogar Laras Abflug.

„Hallo Lara – wir können Zeit sparen. Ich benötige nur rasch deine Kreditkarte …“

„Die Karte liegt in meiner Handtasche – nimm sie dir einfach raus!“

„Nimm sie dir einfach?“ – Frechheit! SIE will doch verreisen?!

Aber okay – *seufz* – man ist schließlich Kavalier. Also kram-kram-kram – aja, da ist sie ja, die kleine „кредитная карточка“! – zurück ins Netz, tipp-tipp-tipp …

„Dann benötigen wir noch deinen Reisepass!“

„Der ist im Nachtschrank!“

Ich also kram – ich also find.

„Gang oder Fenster?“

Jedenfalls dauerte die Zeremonie etwa 30 Minuten, dann ist sie eingecheckt. Wie nach Amsterdam so auch nach Kiew.

Später werden wir entdecken, dass die Menschenschlange am Flughafen sogar länger ist als früher, die Wartezeit der Passagiere ähnlich lang – der Unterschied nur: es fertigt weniger Personal ab. Oder gleiches Personal fertigt mehr ab, denn es ist gleichzeitig für viele Flieger zuständig. Multitasking. Jeder von den Leuten an den Schaltern ist ein kleiner Napoleon, von dem wir heute noch wissen, dass er mehrere Dinge gleichzeitig …

Du kommst schon wieder vom Thema ab!

Was ich sagen will, sagte bereits Karl Marx: Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger.

Heute wissen wir darüber hinaus, dass der jeweils Einzelne davon nichts hat.

Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

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