Aufräumstatistik

Einer Feldstudie folgend räumen diejenigen, die sich eine Putze leisten können, vor (dessen|derer) Erscheinen am meisten auf. Wohl um sich nicht zu blamieren oder weil plötzlich – durch die Assoziation “Putze” – ein latenter Reinlichkeitstrieb aktiviert wird.

Die Dominanz eines rezessiven Erbmerkmales unmittelbar vorm Unnötigsein:.

putzfrau_aufräum

Quelle: http://www.graphitti-blog.de/ – Die Welt erklärt in überwiegend lustigen Grafiken

~

Jedenfalls … 13:34 Uhr kommt Laras Flieger in Tegel an. So habe ich sogar noch etwas Zeit, das Chaos wieder bewohnbar zu machen. Derzeit befindet sich mein Umfeld in einer Art Tohuwabohu – in jener “größtmögliche” Unordnung, “die der ordnenden Hand eines Gottes bedarf”. (Wikipedia) Dringenst.

Ob sich die Blumen wieder erholen? Und: Schade um die Penicilline, welche sich im Kochtopf gebildet hatten …

Noch 23 Minuten 12 Minuten Pause – dann geht es los!

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Die Lebenszeit

Wahrscheinlich war es eine ur-ur-uralte Fabel. Notiert – und daher den Deutschen bekannt – wurde sie eines Tages von den Grimm-Brüdern.

“Als Gott die Welt geschaffen hatte und allen Kreaturen ihre Lebenszeit bestimmen wollte, kam der Esel … “

Kurz und knapp: Man bezweifelte in jener Fabel den großen göttlichen Plan, der allen irdischen Kreaturen gleiche Lebenszeit vorgab. Dem Menschen war es beispielsweise zu wenig, dem Esel zu viel. Tohuwabohu. Die größtmögliche Unordnung. Man feilschte so lange mit Gott, bis der klein beigab. Bis ER sich schließlich genötigt sah, sein Urteil zu korrigieren.

So nahm ER die Zeit des einen und gab sie dem anderen.

“… Also lebt der Mensch Siebzig Jahr. Die ersten dreißig sind seine menschlichen Jahre, die gehen schnell dahin; da ist er gesund, heiter, arbeitet mit Lust und freut sich seines Daseins. Hierauf folgen die achtzehn Jahre des Esels, da wird ihm eine Last nach der andern aufgelegt: er muss das Korn tragen, das andere nährt, und Schläge und Tritte sind der Lohn seiner treuen Dienste. Dann kommen die zwölf Jahre des Hundes, da liegt er in den Ecken, knurrt und hat keine Zähne mehr zum Beißen. Und wenn diese Zeit vorüber ist, so machen die zehn Jahre des Affen den Beschluss. Da ist der Mensch schwachköpfig und närrisch, treibt alberne Dinge und wird ein Spott der Kinder.”

Nach dieser Rechnung – überlege ich mir heute früh – müssten meine Eselsjahre längst vorbei sein.

Hallo, Ihr Engel da oben! – Hier bin ich! – Hier! – Ich will mich endlich in die Ecke legen dürfen und knurren! – Aber nee: Mir wird eine Last nach der anderen aufgebürdet.

Notabene: Die Fabel scheint ungenau. Der menschlichen Lebenszeit fehlen zwischen Hund und Affe noch die Jahre des Oberlehrers und die des Polizisten.

Ach-ja und: Menschliches Verhalten ist hormonell gesteuert. Die biologische Uhr gibt die Muster vor. Das Ende der Lebenszeit ist vom Bedürfnis nach Nachhaltigkeit dominiert. Die Bilder der Enkel sind offenbar Haltegriffe in einer Schnellbahn namens Leben ~

~ hui, nun werde ich doch tatsächlich noch sentimental.

Hündische Verhaltensmuster

Nach der dritten Begegnung gleicher Art überlege ich derzeit, wie sich wohl eine Frau mit russischen oder ukrainischen Wurzeln in gleicher Situation verhalten würde:

Gestern. Park. Frau mit Hund an der Leine kreischt mir entgegen:

“Nehm-se Ihren Hund an die Leine!”

Da fällt mir ein: Dieses Weib hatte mich schon einmal aus dem selben Grund angebrüllt, was ich aber schweigend überging. Und auch sie scheint sich zu erinnern – ABER DARUM GEHT ES NICHT.

Statt dessen um das, was ich für typisch halte: Eine Deutsche die Probleme hat, gibt anderen die Regeln vor. Statt also entweder mit dem eigenen Hund zu “arbeiten” oder das Terrain zu meiden.

Aber-Nee: “Platz da, jetzt komme ich!” und:

“Nehm-se alle Ihre Hunde an die Leine! Weil mein Hund keine Hunde mag.”

Meist reagiere ich nicht auf solche Anmache, was die Aufregung deutscher Weiber deutlich steigert– auch typisch? Meist wiederholen dann die Deutschen ihre Kommandos, nur lauter.

Gestern kam ein Mann hinzu, Typ Hutschelzwerg. Sie zeigt auf mich beschwert sich laut:

“Diesem Mann habe ich das schon einmal gesagt. Aber der hört ja nicht!”

In dieser Situation fiel mir ein, dass ich das Pärchen kenne. Ja! Klar: Aus den Zeichnungen von Olga Gromowa.

Hier bitteschön, so sehen sie aus:

einsamer_angler

Quelle: http://vsyako.livejournal.com/47613.html

Ja! Genau so!

Er liest ein Journal für einsame Angler, sie das Kamasutra.

Zurück zur Situation. Der Angler will ihr beistehen und schlägt vor:

“Dann lass doch deinen Hund einmal frei!”

Sollte wohl eine Drohung sein, klang aber – seiner piepsigen Stimme sei dank – ziemlich putzig.

Solche Situation kann ich einfach nicht ohne Gag stehen lassen und sage zum Zwerg: “Ja! Das ist wirklich eine gute Idee!” und wende mich unmittelbar an die komische Frau:

“Tun Sie doch einfach, was Ihr Pfleger sagt. Lassen auch Sie Ihren Hund mal frei!”

Sie lief zeternd ab.

Es bleibt die Frage nach russisch-ukrainischen Verhaltensmustern in gleicher Situation. Lara kann ich derzeit nicht fragen, die weilt in Kiew. Und da mir ohnehin langweilig ist, pumpe ich mir “Die Dame mit dem Hündchen” von Anton Tschechow aus dem Netz.

Die Ausgabe “Tschechow – Sämtliche Werke” kostet nur 4,29 Euro! ~ diese Barbaren!

“Soweit sind wir also gekommen!”, denke ich schon wieder und höre jetzt auf.

Gnadenlos …

… sind ukrainische Richter.

Die Rechtsprechung in der Ukraine ist von Repression geprägt. Lediglich 0,2 % der Verfahren enden mit einem Freispruch.

Was in sich logisch ist, denn die ukrainische Staatsanwaltschaft und die ukrainische Polizei wird entsprechend dem Anteil aufgeklärter Fälle bezahlt und befördert. Gegenüber der Bezahlung der eine Seite ist die Unschuld der anderen machtlos.

Quelle: http://www.laender-analysen.de/ukraine/

Hundeerziehung

2013-05-15 19.27.26Ich nenne sie “antiautoritär”, denn mein Hund muss keine Stöckchen bringen, nie Männchen machen, keine Pfötchen geben oder ähnliche Gesten der Unterwerfung zeigen. So ward er selbstbewusst und Selbstbewusstsein – beobachte ich – macht humorig.

Er läuft meist OHNE LEINE durch Park Sanssouci oder den Babelsberger Park und tut, wenn ihm eine Joggerin oder Radfahrerin entgegen kommt, demonstrativ-desinteressiert. Dabei wartet der Hund nur bis sein Opfer auf gleicher Höhe ist, um plötzlich – WIE EIN BLITZ AUS HEITEREM HIMMEL – loszubellen. Weshalb die meisten Sportler erschreckt zur Seite springen. Was wiederum des Hundes Schwanz zum Wedeln bringt.

Gestern. Eine Parkläuferin vermutet in mir den Besitzer und kritisiert das Verhalten meines Hundes.

“… und Sie sollten etwas unternehmen, Ihr Hund erschreckt ja die Leute!”

Was ich zu relativieren versuche:

“Aber das macht der doch nur aus Spaß. DAS ist doch nicht ernst gemeint.”

Was die Frau allerdings auch ohne Hinweis hätte wissen können: Des Hundes Freude ist offensichtlich.

Paradoxien

Ein Paradoxon – wissen wir – entsprang der altgriechischen Vokabel παράδοξον (darin enthalten: παρά [para] = neben, außer oder daran vorbei; und: δόξα [doxa] = Meinung oder Ansicht) und steht für einen scheinbar oder sich tatsächlich nicht auflösenden Widerspruch.

pinoccio-paradoxonWie der in meinem damaligen Lieblingsbuch, worin Tim Thaler sein Lachen gegen die Fähigkeit, jede Wette zu gewinnen, tauscht. Würde er wetten, dass er lachen kann, kann er entweder lachen oder hat die Wette verloren.

Bei Pinocchio wächst die Nase wenn er lügt. Demgegenüber bildet sich die Nase zurück wenn Pinocchio die Wahrheit sagt. Was geschieht, wenn er beim Nasewachsen sagen würde, dass die Nase wächst?

Ein Weizenkorn muss sterben, um zu leben.

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Wenn jemand nicht vor hat, aus dem Haus zu gehen, weil sie dies nur ungern tut ~ wieso guckt er dann täglich den Wetterbericht?

Wenn jemand gern isst, weil er zu jener Generation gehört, die einst einmal hungerte ~ wieso macht er sich heutzutage das Essen nicht “so richtig” schön? So mit Serviette und so?

Wenn für die Übertragung der UEFA Champions League im ZDF 54 Millionen Euro hingeblättert werden müssen ~ wieso zum Teufel engagiert man dann Béla Réthy? Gibt es wirklich so wenig Auswahl unter Moderatoren?

Je mehr es sich verändert, desto mehr bleibt es das gleiche.

~

Nachtrag:

DDR. Mangel. Der Laden, worin es wenig gibt, heißt “Konsum”. Hier die Aufnahme eines ehemaligen Ladens aus Glienicke, Waldmüllerstraße:

2013-05-15 19.34.01

Selbstbeschäftigung

Käse im TV, Käse im Netz, Käse auf YouTube – irgendwann ist man so alt, dass man glaubt, alles bereits gesehen oder gelesen zu haben.

“So weit sind wir also gekommen!”, denke ich und überlege ob ich das berühmte Zitat aus dem 18. Brumaire des Louise Bonaparte …

Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce …

… ergänzen sollte.

… und ein weiteres Mal als zichte Wiederholung einer Daily Soap.

Bis ich – plötzlich! – auf die Idee kam, mir selbst eine eigene Geschichte zu erzählen. Eine ausgedachte, frei erfundene, gruselig-aufregende mit etwas Tiefsinn und humorig zugleich.

Siehe da: Es gelingt. Und: Die Geschichte wird immer spannender.

Aber dieses alles, liebe Kinderchen, erzähle ich euch erst, wenn ich vom Einkaufen wieder zurück bin. Bis dahin amüsiert euch schön mit den Bibi-Blocksberg-Kassetten eurer Eltern oder irgendeinem sowjetischen Multik, wie zum Beispiel “Бременские музыканты”.

afk – brb

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re

Musizieren Maus (5)Durch eine Panne in einem Versuchslabor wurden Mäuse plötzlich zu vernunftbegabten Lebewesen, mit eigener Moral und voller Kunstsinn. Sie sind nun in der Lage, Musik zu empfinden und selbst zu musizieren. Sie lernen zu kommunizieren, erst untereinander, später mit den Menschen. Kümmerten sich gegenseitig, institutionalisierten sich, KÄMPFTEN für ihre Rechte wie einst die Frauen … ~ … bis es Streit um Ressourcen gibt, erste Missverständnisse und schließlich sich Mensch und Maus hochgerüstet gegenüber stehen.

Eigentlich ist das Material für 3 Stunden, doch ich schlief ein.

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Heute früh denke ich in diesem Zusammenhang an den Big Bang: Man stelle sich einmal vor, alle Lebewesen wären vernunftbegabt und gleichberechtigt. Die Konferenz der Tiere im Jahre 2013.

Da sind sie wieder: Löwe Alois, Elefant Oskar, die Giraffe Leopold und Erich Kästner – Nur diesmal ist es ernster. Viel-viel ernster. Die Menschen sind immer noch Urheber allen Übels.

“So weit sind wir also gekommen!”, denke ich erneut und drücke Enter.