Literarische Retrospektive

Jetzt, wo Lara weg ist, komme ich dazu, Bücher zu sortieren

Bücher sind jene Erinnerungen, die mich als Kind begleitet haben und als solche habe ich sie aufbewahrt.

„Ali und die Bande vom Lauseplatz“ las ich gern, später folgten „Sheriff Teddy“ und „Die Söhne der großen Bärin“. Das erste Band der Trilogie – “Harka” – las ich in zwei Nächten. Eine tolle Moral hatten die Rothäute erfunden bekommen! ~ Cool.

„Egon und das achte Weltwunder“ erhielt ich als Geschenk von der Schule. Es steht eine Widmung etwas verschmiert im Einband. Dieses Buch ist nicht besonders gut, aber ich erinnere mich trotzdem. Wahrscheinlich, weil es eine erotische Szene enthält und weil es das erste Mal war, dass ich so etwas las.

Die intimsten Erinnerungen sind die nachhaltigsten.

Gern erinnere ich mich an „Betragen 4“. Dieses Buch hat mich als Kind emotional sehr geprägt. Ein Junge, der immer alles richtig machen will und dem einiges schief läuft wird von seiner Umwelt nicht als liebenswerter Mensch wahrgenommen und gerät zum Außenseiter. Beim Lesen von „Betragen 4“ habe ich zum ersten Male kapiert, dass es die Kategorien „richtig“ oder „falsch“ bei der Bewertung menschlichen Verhaltens nicht geben kann.

Zwei Kisten sind angefüllt mit Büchern, die ich während der Armeezeit las. Dort waren die Klassiker angesagt: „Der alte Mann und das Meer“, „Moby Dick“, „Der Steppenwolf“.

Pubertätskram – aber ich habe es aufgehoben. Besser gesagt: Ich kann mich nicht trennen.

Kafka kam erst während des Studiums, ebenso Heiner Müller und Volker Braun. „Kein Ort. Nirgends“ ist total zerlesen, markierte Textstellen, Eselsohren, Kaffeeflecke.

Erinnerung: Als die „Kassandra“ von Christa Wolf erscheinen sollte, wussten wir Studenten bereits, dass es im Buch Stellen geben wird, die der Zensur zum Opfer gefallen sind. Und auf wundersamer Weise verbreiteten sich die zensierten Stellen – abgeschrieben von Hand und dergestalt weitergereicht – schneller als das eigentliche Buch. Nachdem die „Kassandra“ bezahlt war – noch im Buchladen – komplettierte ich das Buch, die handschriftlichen zensierten Stellen kamen zum eigentlichen Buch.

Jedenfalls wollte ich gestern aufräumen. Und zwei Tage werde ich wohl mindestens brauchen, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

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Autor: Alex

Heute so, morgen so ...

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